Advent: Das Geschäft mit den 24 Türchen

Die Adventskalender-Idee für Männer: ein Bier-Kalender.

Die Adventskalender-Idee für Männer: ein Bier-Kalender.

 

Adventskalender gibt es in allen Formen und mit allen möglichen Inhalten. Kein Verkaufsgeschäft, das es sich erlauben kann, in dieser umsatzträchtigsten Jahreszeit abseits zu stehen. Stationär oder online.

Von Hans Bärtsch

Zürich. – Nicht jede Adventskalender-Idee findet überall Gefallen. So stösst der Bier-Adventskalender von Grossverteiler Coop dem Blauen Kreuz sauer auf. Damit werde zum täglichen Saufen animiert, beklagte sich die Dachorganisation für Alkohol- und Suchtfragen gegenüber «20 Minuten». Coop selber findet die Boxen mit 24 unterschiedlichen Bieren ein «originelles Angebot», das sich an alle Bier-Liebhaber richte. Im Übrigen solle man nicht immer alles so bierernst nehmen. Mit seinem Bier-Adventskalender scheint Coop jedenfalls den Geschmack der Kund- schaft getroffen zu haben – in einzelnen Filialen sind die Boxen bereits ausverkauft.

Adventskalender mit Alkohol sind keine Neuerfindung von Coop; solche Angebote gibt es schon seit Jahren. Ob Amazon, Aldi oder der Weltbild-Verlag – die unterschiedlichsten Anbieter tummeln sich in diesem offenbar recht lukrativen Geschäftsfeld. Natürlich auch die Bierbrauer – beispielsweise Heineken – selber. Auf Websites wie Bier­adventskalender.net oder Adventskalenderportal.ch findet sich alles rund ums Thema. Dass Alkohol zu einem Renner unter den Advents­kalender-Angeboten geworden ist, zei­gen die zahlreichen Schnaps- und Weinkalender, die es inzwischen gibt.

Erinnerungen an die Kindheit

Es muss natürlich nicht immer Alkohol sein. Bei Migros stehe die ganze Familie im Zentrum, und es gebe fast nichts, was nicht in Form eines Adventskalenders verkauft werden könne, sagt Migros-Sprecherin Martina Bosshard. Ob Food- oder Nonfood-Artikel – das Angebot müsse einfach zum Unternehmen passen. Bosshard erklärt sich die Beliebtheit von Adventskalendern mit Erinnerungen an die Kindheit – auf die Vorfreude, jeden Tag wieder ein neues Türchen öffnen zu dürfen.

Generell ist die Weihnachts- natürlich die wichtigste Geschäftszeit des Jahres. Bei Migros (wie bei Coop) gibt es tägliche Aktionen. Migros, so Bosshard, investiere dazu viel im Bereich Kundenbindung. Ein Beispiel ist die Anleitung zum Basteln, etwa für einen eigenen Adventskalender. Auch das Gemeinsame steht bei Migros zuvorderst. «Feiern wir zusammen», heisst die Onlinevariante eines Heftes, das alle Weihnachtsaktionen des Grossverteilers zusammenfasst.

Immer mehr Onlineangebote

Doch zurück zu den Adventskalendern. Immer mehr Angebote finden sich im Internet in Form von Gewinnspielen. So locken etwa die Schweizer Jugendherbergen «mit täglichen tollen Preisen und Aktionen» auf ihre Website Youthhostel.ch – gestern gabs zum Beispiel eine Übernachtung in der «Jugi» St. Moritz zu gewinnen. Am Tag 9 des HCD-Adventskalenders kam ein Glücklicher oder eine Glückliche zu «einem Schal, der warm gibt und Freude macht». Der Hockeyclub Davos spricht mit seinem Kalender in erster Linie die Facebook-Fans an. Auch die SBB fahren auf dem Adventskalender-Zug mit. Auf der Kinderclub-Website Magicticket.ch können auf einem «Adventszug» und Mausklicks am richtigen Ort verschiedene Preise gewonnen werden.

Mit einem «täglichen Wissensquiz und nachhaltigen Geschenken» macht Öbu, ein Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften, auf einen Adventskalender der nochmals etwas andern Art aufmerksam, und dies bereits zum zehnten Mal. Anhand von «24 konkreten und innovativen Beispielen» können «verschiedene Facetten der nachhaltiger Entwicklung» entdeckt werden. Eine der schönsten Advents-Ideen ist aber immer noch jene der Migros: Über die Website http://www.i-am.ch lassen sich Kompliments-Kalender gestalten, mit denen man andere Menschen beglücken kann. «Öffnen Sie bis 24. Dezember täglich ein Türchen und lassen Sie sich von den lieben Worten durch Ihre Adventszeit tragen», wird dieser Kalender beworben. Und selbst hier lassen sich Preise gewinnen.

pdf Südostschweiz (10.12.2014)

pdf Sarganserländer (10.12.2014)

pdf St.Galler Tagblatt (11.12.2014, Seite 11)

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