Influencer: Die neuen, ehrenamtlichen Musikjournalisten

Mit dem «New Musical Express» (NME), «Intro», «Groove», «Spex» sind in den vergangenen Monaten einst bedeutende Musikmagazine verschwunden, in der Tagespresse folgt gerade im Kultur-/Feuilleton-Bereich eine Sparrunde der nächsten. Ist der klassische Musikjournalismus tot? Ja. Gibt es neue Formen des Musikjournalismus? Ja. Eine Bestandesaufnahme am Branchenfestival M4Music in Zürich.

Von Hans Bärtsch

Es ist ein etwas deprimierender Moment, als Ane Hebeisen («Bund»/«Tages-Anzeiger»), einer der letzten Mohikaner des klassischen Musikjournalismus in der Schweiz, zur Verteidigung ebendieser Spezies anhebt. Orientierung für die Leserschaft sei doch nach wie vor nötig, das Vertiefen von Themen, das Erschliessen neuer, noch unbekannter musikalischer Welten. Sagts und verschwindet trotz stattlicher Körpergrösse fast in seinem Sessel an dieser Gesprächsrunde unter dem Titel «Musikjournalismus 2020».

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Am M4Music in Zürich: Linus Volkmann, Ane Hebeisen, Miriam Lenz und Tibor Kiss (von links) sprechen mit Moderatorin Gisela Feuz über «Musikjournalismus 2020». (Pressebilder)

 

Kein Wunder, denn um Textinhalte und -qualitäten geht es nur am Rande. Hebeisen wird attestiert, «geile Texte» zu schreiben, niemand der Anwesenden, der daran zweifelt, dass er einer der besten Musikjournalisten des Landes ist. Aber was nützt das, wenn die Chefetagen von Medienhäusern Budgets kappen und Prioritäten in der Kulturberichterstattung nach der Chance auf möglichst viel Aufmerksamkeit – sprich: Klicks – setzen? Im schlimmsten Fall verschwinden Fachzeitschriften wie eingangs aufgeführte «Spex» und Co. einfach von der Bildfläche. Und mit ihnen (Musik-)Journalisten, die für Einordnung und Vertiefung sorgten und mit grosser Neugier Neuem auf der Spur waren. Subjektiv und unabhängig von PR-Beeinflussung.

Algorithmen als bessere Musikjournalisten

Einer, der das Ganze positiv sieht, ist der Deutsche Linus Volkmann, ehemaliger «Intro»-Redaktor, heute freiberuflich als TV- und Print-Journalist tätig. Statt Schwermut und Trauerarbeit sei doch Optimismus angesagt. Die Digitalisierung biete gerade auch im Musikjournalismus so viele neue Chancen. Sogenannte Gatekeeper seien Journalisten tatsächlich nicht mehr. Diese Rolle hätten heutzutage die Algorithmen von Streaming-Anbietern wie Spotify inne. Oder Influencer mit Hunderttausenden Followern auf Youtube- und andern Kanälen. Der Bedeutungsverlust des eigenen Wissens schmerze zwar, aber es gebe für Journalisten andere Wege, Zielgruppen mit «interessanten Nischen» bedienen zu können als mit langen, dazu noch kostenpflichtigen Texten.

Zu solchen Nischen gehören Blogs wie Rockette.space, ehrenamtlich mitbetrieben von Miriam Lenz, die hauptberuflich bei der Nachrichtenagentur Keystone-SDA arbeitet. Einer der Grundsätze dieses Blogs: «Wir sind nicht interessiert an Verrissen. Wir verschwenden keine Zeit mit Sachen, die uns nicht gefallen. Wir machen nur, worauf wir selber Lust haben.» Aber ist dieses Kritiklose nicht Schönwetter-Journalismus? «Ja», räumt Lenz unumwunden ein. Aber mit der Möglichkeit, neue Formen auszuprobieren. Interviews im O-Ton beispielsweise, samt Pausen und Störungen dazwischen, aber sehr authentisch.

Multimedialität und Interaktion

Tibor Kiss, ein Vertreter der Generation Z und Mitbetreiber des viel beachteten Youtube-Kanals Edwan, bemängelt, dass in der Schweiz nicht vermehrt auf solche Verbreitungswege gesetzt werde. Klassischer Journalismus habe einen grossen Streuverlust. Und was die schönsten Texte nützen würden, wenn niemand sie sehe, stellte er eine rhetorische Frage. Die grössten Influencer seien heute im Übrigen die Musiker und Bands selber, die direkt an ihre Fans gelangen und mit ihnen in Kontakt sein könnten.

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Janosch Tröhler, Betreiber der Website Negativewhite.ch, äussert sich am M4Music zum Thema Musikjournalismus.

 

Multimedialität und Interaktion sind auch für Janosch Tröhler, Betreiber der soeben neu lancierten Website Negativewhite.ch, das A und O im Musikjournalismus. Heute müsse die Community eingebunden sein. Auch international führende Portale wie Pitchfork.com hätten diesbezüglich noch Optimierungspotenzial. Musikjournalismus sei nur noch ein mit Leidenschaft betriebenes Hobby, sagte er und sprach damit aus, was alle Podiumsteilnehmer, ausgenommen «Dinosaurier» Hebeisen, dachten.

Anders gesagt: Der klassische Musikjournalismus ist tot, jedenfalls fast. Mit der Diversifizierung auf andere Kanäle sind neue Formen am Entstehen. Ein Beispiel dafür lieferte Luca Thoma von «Lyrics/Juice». Als Printmagazin für Hip-Hop gegründet, gehe man heute Kooperationen mit Portalen wie Watson.ch ein, was mehr Reichweite für die Beiträge bedeute. Dazu veranstaltet man ein eigenes Festival und ist selbstredend auf allen möglichen Socia-Media-Plattformen präsent. Dank einer starken eigenen Website generiere man Klicks, die direkt in Werbung umgemünzt werden könnten. Das alle stehe und falle mit dem Hunger und der Leidenschaft der Menschen, die mitmachen, so Thoma. Ehrenamtlich auch hier. Aber: Man biete ein Sprungbrett in den Journalismus. Ach ja: Erwähnte «Spex» gibt es in der Zwischenzeit wieder – als Online-Magazin. Totgeglaubte leben eben länger…

 

BOX 1

Asbest gewinnen «Demo Of The Year»

Am M4Music vom Wochenende 14. bis 16. März 2019 in Lausanne und Zürich wurde der Schweizer Musikbranche zum inzwischen 21. Mal der Puls gefühlt. Mit Gesprächsrunden wie jenem zum Musikjournalismus (siehe Haupttext), aber auch Seminaren für Musikerinnen und Musiker. Auf grosses Interesse stiess einmal mehr der Nachwuchswettbewerb Demotape Clinic. Das «Demo Of The Year» ging an das Rocktrio Asbest aus Basel. Starke Beiträge waren auch aus der Südostschweiz im Rennen, etwa der Song «Oh Girl» von Catalyst aus St. Gallen in der Kategorie Rock, oder «Medusah» von Kety Fusco aus dem bündnerischen Mesocco in der Kategorie Elektronik. Das diesjährige M4Music wurde von 6000 Personen besucht, davon rund 1000 Fachleuten aus der Musikbranche. Bei den Auftritten von Schweizer Bands fiel die Präsenz von starken Frauenstimmen auf. Erwähnt seien bloss Black Sea Dahu, Steiner & Madlaina oder die letztjährige «Demo Of The Year»-Gewinnerin Jessiquoi. (hb)

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Asbest: Die Gewinner des «Demo Of The Year» 2019 beim Sieger-Fototermin…

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…und beim Liveauftritt auf der Open-Air-Bühne vor dem Schiffbau in Zürich. (Bild Hans Bärtsch)

 

BOX 2

Streaming dominiert die Musikverkäufe

An dem vom Migros-Kulturprozent getragenen Branchenfestival M4Music wurden dieses Jahr erstmals die vom Verband Schweizer Musiklabels Ifpi erhobenen Verkaufszahlen im hiesigen Tonträgermarkt präsentiert. Wobei dieser Begriff irritiert, gehen die Verkäufe von physischen Tonträgern doch weiter stetig zurück. Mit CDs und LPs wurden 2018 noch 40 Millionen Franken umgesetzt – zum Vorjahr ein Minus von satten 22 Prozent. Diese Verkäufe tragen noch 24 Prozent zum Gesamtmarkt bei, womit auch klar ist, wie gross dieser ist: Für 170 Millionen Franken wurde letztes Jahr in der Schweiz Musik verkauft (+3,7 Prozent zum Vorjahr). Diese Zunahme geht einzig und allein auf das Segment Streaming zurück. Mit 97,8 Millionen Franken (+36 Prozent) trägt Streaming inzwischen 58 Prozent zum Gesamtmarkt bei. Zum Langzeitvergleich: Anfang der Nullerjahre wurden in der Schweiz mit Musik noch mehr als 350 Millionen Franken umgesetzt – und das ausschliesslich mit physischen Tonträgern. (hb)

 

Südostschweiz 18.03.2019

Von der Vergänglichkeit des gerade Angesagten

Am M4Music in Zürich trifft sich jeweils die ganze Schweizer Musikszene, um tagsüber den Zustand ebendieser Szene zu diskutieren und nachts den angehenden Stars zu lauschen. Manchmal wäre ein Blick zurück gewinnbringender.

von Hans Bärtsch

Die entscheidenden Sätze fielen zum Schluss einer enorm kurzweiligen Stunde mit Harvey Goldsmith. Der heute 72-jährige ist einer der erfolgreichsten Musikpromotoren überhaupt, hatte bei den Karrieren von Pink Floyd, Genesis, Yes, Queen, The Who («wegen ihrer Unberechenbarkeit die beste Liveband aller Zeiten»), Bruce Springsteen, Elton John, U2, Muse, Coldplay und vielen mehr die Finger im Spiel. Er war der Mann hinter der einmaligen Wiedervereinigung von Led Zeppelin 2007 (mehr als 20 Millionen Billettbestellungen für eine einzige Show). Und er war der begnadete Netzwerker, der Bob Geldofs «Live-Aid»-Idee innert Wochen umsetzte – ein Benefizkonzert, das Mitte der Achtzigerjahre 1,5 Milliarden Menschen rund um den Erdball vor dem Fernseher vereinigte und mehr als 100 Millionen Franken für Afrika zusammenbrachte.

Dieser Harvey Goldsmith also meinte, mit den Beatles und den Rolling Stones in den musikalisch wie gesellschaftlich fundamental wichtigen Sechzigerjahren gross geworden zu sein, sei ein enormes Glück. Heute sei die Verfügbarkeit von Musik zwar ungleich grösser, aber auch viel beliebiger. Nicht dass er das verurteilen würde – dazu ist Goldsmith viel zu sehr britischer Gentleman –, aber die Spreu vom Weizen zu trennen, sei ungleich schwieriger geworden.

Voller als voll

Dieses Spreu-vom-Weizen-Trennen, die Suche nach neuen Perlen der Popmusik, diese Aufgabe stellt sich das M4Music seit Anbeginn. Mit 6700 Besuchern war das von Donnerstag bis Sonntag in Lausanne und Zürich vom Migros-Kulturprozent zum 21. Mail ausgerichtete Festival einmal mehr ausverkauft. Und zwar derart, dass bei den angesagtesten Acts für etliche Besucher kein Reinkommen mehr war in die entsprechenden Säle. Der deutsche Rapper/Dancehall-Musiker Trettmann ist einer dieser Überflieger der Stunde, denen das Publikum quasi aus der Hand frisst. Interessanterweise erst jetzt, wo er sich gemäss eigenen Aussagen «neu erfunden» hat. Anders gesagt, von einem Produzententeam auf Massengeschmack getrimmt wurde. Auch bei Jacob Banks (toller Sänger, aber etwas gar süsslicher Soulpop) wars voller als voll. Noch schlimmer beim Konzert des Wiener Rappers Yung Hurn.

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Der Szene-Treffpunkt jeden Frühling: das M4Music in Zürich.

Das M4Music, bemisst man es am Andrang des normalen und des Fachpublikums, hat also die Nase bestens im Wind. Nur, wo werden all die Yung Hurns, Trettmanns und Jacob Banks in ein paar Jahren sein, wenn die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird, wie man so schön sagt? Denn etwas wirklich Eigenständiges hat bisher keiner der drei Genannten geschaffen. Ein symptomatischer Moment war die Demotape-Clinic, als es um die besten Schweizer Urban-Acts ging. Von einem Cosmic Shuffling aus Genf war ein Track zu hören in derart waschechtem altem Reggae/Ska-Stil, dass es den in der Jury sitzenden Phenomden schier aus den Socken haute. Um dann in einem lichten Moment einzugestehen: Toller Song, tolle Produktion – aber eine Spur mehr Eigenständigkeit wäre doch, bittesehr, schon wünschenswert.

Es tut körperlich weh

Nein, das Rad lässt sich in der Popmusik kaum mehr neu erfinden. Wenn, funktioniert das Generieren von Aufmerksamkeit nur über mehr Extreme: Schrillere Auftritte, reduzierteste Spielweisen, überspitzt-provokante Texte, tolle Lichtshows, was auch immer. Einer, der seinen Lebensstil vor sich herträgt, weil ihm damit in seiner Heimat Südafrika der Tod droht, ist der schwule Soulsänger Nakhane. Sein am eigenen Leib erfahrener Schmerz, umgesetzt in Elektropop mit viel Soul, tut fast körperlich weh. Afrobeats treffen beim 29-Jährigen auf harte Elektronik und Gospel. Gesungen mit einem Falsett, das zum Pathos neigt. Kurz und gut: Nakhanes Auftritt war eine unglaublich intensive Dreiviertelstunde Musik wie von einem andern Stern.

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Eine intensive Dreiviertelstunde Musik: Nakhane aus Südafrika.

Just davor hatte Veronica Fusaro gezeigt, weshalb sie eine hochgelobte Schweizer Sängerin ist, ordentlich im Radio gespielt wird und diesen Sommer etliche Open-Air-Bühnen, darunter das Quellrock in Bad Ragaz, bespielt. Gesanglich/musikalisch ist das Ganze zweifellos einwandfrei. Doch wenn bei den Ansagen zwischendurch das Mädchen aus dem Berner Oberland durchschimmert, ist es mit der ganzen Magie vorbei. Dasselbe bei Pablo Nouvelle. Wie Fusaro hat der Berner Musiker hinter diesem Projekt, Fabio Friedli, sämtliche Stufen beim M4Music durchlaufen: Teilnahme am Nachwuchsprojekt Demotape-Clinic, Auftritt auf der Open-Air-Bühne, dann in einem der kleineren Säle und jetzt Eröffnung des Samstags in der grossen Halle. Bei Pablo Nouvelle ist alles hübsch und nett und tut nicht weh. Das Konzept der verschiedenen Stimmen zu den verschiedenen Songs ist inzwischen auch schon x-fach erprobt. Allein: Man wird nicht richtig warm damit, weil Ecken und Kanten fehlen.

Die Siegerin der diesjährigen Demotape-Clinic hört übrigens auf den Namen Jessiquoi, kommt aus Bern (ursprünglich Australien), und hat beste Chancen, im Aufmerksamkeitszirkus der heutigen Musikwelt zumindest eine zeitlang mitzumischeln mit ihrem recht eigenständigen Elektropop.

Wer profitiert?

Weshalb so viel von Aufmerksamkeit die Rede ist, zeigt ein Blick auf eine der Diskussionsrunden am diesjährigen M4Music. «Goldgrube Streaming?» lautete die mit einem Fragezeichen versehen Ausgangslage zur Debatte, wer die grossen Profiteure von gestreamter Musik sind. Die Urheber beziehungsweise Musikerinnen sind es nämlich nicht. Es sind immer noch Stellen weit hinter dem Komma, welche für die kreativen Schöpfer pro gespielten Song abfallen. Umso mehr sahnen die Plattenfirmen ab. Die Dienste selber nicht unbedingt, schreiben doch allesamt tiefrote Zahlen, insbesondere der führende, kurz vor dem Börsengang stehende Anbieter Spotify. Streaming ist noch immer ein derart junges Geschäftsmodell, dass der Drang nach Reichweite weit vor Profit steht. In einem gnadenlosen Verdrängungswettbewerb werden gerade die Weichen gestellt für die Zukunft. Und findige Dienste wie iGroove aus dem schwyzerischen Lachen suchen Künstler mit ihren Songs auf relevante Playlists zu bringen, so dass sich das Ganze irgendwann rechnet.

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Wohin des Weges mit Streaming? Vertreter von Suisa, Ifpi und iGrooves werfen einen Blick in die Zukunft. (Pressebilder)

Streaming übrigens hat am M4Music als Megatrend-Thema die Musikpiraterie abgelöst. Letztere, einmal das ganz grosse Sorgenkind der Branche, ist nämlich praktisch verschwunden, seit man Musik gemietet hört. Schöne neue Musikwelt. Ach, war das noch übersichtlich, als es zwischen Beatles und Rolling Stones um den Thron der besten Band ging. Zwei Bands, zwei Stilrichtungen. Und gemeinsam die beste Musik des Pop und Rock in Form von Songs, die von der Qualität her Jahrzehnte überdauern.

 

Die Frauenfrage

Ein Dauerthema an Branchenfestivals wie dem M4Music ist die Frauenfrage. Warum gibt es zu wenige von ihnen auf und hinter der Bühne? Weil grossmehrheitlich immer noch Männer den Ton angeben, da ist man sich einig. Und wie lässt sich das ändern? Indem zum Beispiel Verantwortliche für Festival-Line-ups, die praktisch nur aus männlichen Acts bestehen, ausgewechselt werden. Dieser nicht ganz unprovokante Vorschlag kam von der Geschäftsführerin des Musicboard Berlin, die als staatliche Stelle im Musikbusiness mitwirkt. Bei privat organisierten Festivals würde das kaum funktionieren. Fakt ist, kein einziges Schweizer Festival ist bei der globalen Initiative «Keychange» dabei, die den Frauenanteil in den nächsten Jahren massiv erhöhen will. (hb)

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Blockchain – der neue Hoffnungsschimmer für die Musikbranche

20 Jahre M4Music: Das Branchen-Musikfestival ist erwachsen und etwas langweilig geworden – aber es hat sich auch unverzichtbar gemacht mit wichtigen Diskussionen. Im Jubiläumsjahr etwa zum Thema Blockchain.

von Hans Bärtsch

Tagsüber wird über Popmusik gelabert, nachts wird sie gespielt und ihr zugehört. Das ist das Prinzip des vom Migros-Kulturprozent M4Music getragenen Festivals. Bei jenen, die spielen, handelt es sich um Nachwuchskünstler mit Hauptfokus auf dem heimischen Schaffen. Bei jenen, die zuhören, zum wichtigen Teil um Profis aus der Musik- und anverwandten Kreativbranchen. Kurz: Das M4Music ist der Treffpunkt der Schweizer Szene, auch im 20. Jahr seines Bestehens. Da der erste Festivaltag jeweils in Lausanne stattfindet (und die folgenden beiden in Zürich), funktioniert auch der sprachregional übergreifende Austausch bestens.

Blockchain: Mehr als ein Hype?

Was weniger gut funktioniert, ist die Rettung des Business – das Dauerthema des Festivals, seit das Internet und damit verbunden die Gratiskultur fast irreversiblen Schaden angerichtet hat (die Verlagshäuser können ja ebenfalls ein Liedchen davon singen). Natürlich war Streaming auch dieses Jahr wieder ein Thema. Dass für Musiker damit kaum ein Butterbrot zu verdienen ist, ist inzwischen ja hinlänglich bekannt. Dass es anders gehen könnte – mit Betonung auf könnte –, zeigte eine Gesprächsrunde zum Thema Blockchain auf.

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Interessante Diskussion am M4Music zum Thema Blockchain, erläutert von Hannes Grassegger (zweiter von rechts). (Bild Hans Bärtsch)

Hannes Grassegger, ehemaliger «Südostschweiz»-Redaktor und jetziger Reporter für «Das Magazin» und «Reportagen», zeigte vom ökonomischen Standpunkt her auf, was die Chancen und Risiken dieser neuen Technologie sind. Die Ausgangslage: Durch das Internet ist die Selbstkontrolle der Rechteinhaber über ihr geistiges Eigentum verloren gegangen. Mit Blockchain, quasi der Mutter der Digitalwährung Bitcoin, bietet sich die Chance, die Kontrolle wieder zurückzuerlangen. Grassegger erklärte Blockchain mit einer «grossen Excel-Tabelle» beziehungsweise einem «offenen Kassa-/Kontobuch», wo alles notiert ist und worüber alle Transaktionen laufen – ohne Umwege zwischen dem Hersteller eines künstlerischen Werks und dem Konsumenten.

Direkter Transfer zwischen Künstler und Konsument

Simon Emanuel Schmid, Co-Gründer der Booking-Organisationsplattform Optune.me, sagte es mit einer Zahl: Beim Download eines Musiktitels beispielsweise bei iTunes zum Preis von 1.50 Franken gehen 60 Rappen an die Kreditkartenfirma. Es sind letztlich Brosamen, die direkt beim Künstler landen. Und genau hier setzt Blockchain an. Die Technologie ermöglicht den direkten Transfer zwischen Künstler und Konsument; Zwischenhändler sind ausgeschaltet. Der Zürcher Musiker Ephrem Lüchinger ist begeistert davon, «weil es die ganze Verwertungskette umkehrt». Höre ein Fan in Japan seine Musik, erhalte er das Geld dafür innert Minuten. Der Weg über die Rechteverwertungsgesellschaft Suisa dauere zweieinhalb Jahre und sei viel weniger lukrativ.

Blockchain ermöglicht den direkten Transfer zwischen Künstler und Konsument

Blockchain, in dessen Entwicklung die grössten Banken weltweit seit einigen Jahren Milliarden stecken, könnte also gerade im Musikbereich die Lösung für eine faire Entschädigungspraxis sein. Ein Knackpunkt ist die Nutzerakzeptanz. Bereits heute könn(t)en Zahlungen blitzschnell, fälschungssicher und ohne gebührenfressende Umwege (Kreditkarten) vorgenommen werden – bloss macht es noch fast niemand. Blockchain: Mehr als ein Hype? Wie vieles, was am M4Music diskutiert wird, muss man diese Fragen und die erst wenigen Antworten darauf in eine paar Jahren erneut auf den Prüfstand stellen.

Einer, der «gegen unten tritt»

Hochaktuell war ein Panel zum Thema Pop und Politik in der Gegenwart. Bewegt die «Trumpisierung», die seit geraumer Zeit stattfindet, auch die Schweizer Musikschaffenden? Zum Hauptthema wurde einer, der gar nicht auf dem Podium sass, nämlich Büezer-Rocker Gölä. Einer, der «gegen unten tritt», wie es der in Chur geborene Journalist, Buchautor und Musiker Daniel Ryser ausdrückte. Aber auch jene Künstler, die «gegen oben» austeilen, wurden kritisch hinterfragt, eine Madonna, eine Beyoncé, ein Kendrick Lamar. Soll Kunst überhaupt direkt reagieren auf gesellschaftliche, politische Vorgänge, wurde als Frage in den Raum gestellt.

Der junge Schweizer Rapper Nemo meinte: «Richtig machen kann man es nicht – man muss es nur machen.» Übersetzt: Ob man seine Fanbasis mit politischen Statements vergrault, ist durchaus möglich, aber nichts sagen ist keine Option. Ob der Legitimität von Heile-Welt-Musikern wie Trauffer oder Bligg wurde die Diskussion richtiggehend giftig. Auch ein Zeichen der Orientierungslosigkeit in unserer heutigen Welt.

Mario Batkovic als einsamer Höhepunkt

Nach der Theorie die Praxis. Ob Zufall oder nicht, standen am vergangenen Wochenende im Rahmen des M4Music gleich mehrere Schweizer Bands mit neuen Alben auf den diversen Bühnen im und um den Schiffbau in Zürich: Panda Lux, Baba Shrimps, Damian Lynn, Jeans for Jesus, die Bündner Band Ursina. Und weitere hoffnungsvolle Newcomer wie der Rheintaler Achtzigerjahre-Verehrer Crimer und der bereits erwähnte 17-jährige Bieler Nemo. Am handwerklichen Können fehlt es nirgends, dafür am einen oder andern Ort an Originalität. Der einsame Höhepunkt war der Auftritt des Berner Akkordeonisten Mario Batkovic im «Moods». Was das ehemalige Kummerbuben-Mitglied mit seinem Instrument anstellt, ist schlicht atemberaubend – und hat Potenzial für eine internationale Karriere, wie sie in seinem Fall gerade startet. Ebenfalls betörend der Auftritt von Baze – sehr sec, aber trotzdem mit viel Flow. Und mit einem Wutausfall vertrieb der Berner Rapper die ganze erste Reihe aus dem «Moods»; die Schnorris hatten es auch verdient.

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Junger Rapper: Nemo (17) zeigt am M4Music, was der Schweizer Nachwuchs draufhat. (Pressebild)

Die Schweizer Künstler fegten jedenfalls etliche internationale Grössen geradezu weg mit ihren energiegeladenen Shows. Der Auftritt der Filigran-Folkrocker The Shins aus den USA jedenfalls war soundtechnisch eine Katastrophe. Und Frank Turner mit seiner gepressten Stimme und dem fantasiearmen Gitarrengeschrummel schlicht zum Davonlaufen. Richtung den britischen Hip-Hop-Künstler Loyle Carner beispielsweise – wer eine Show mit einem Sample aus dem Musical «Hair» eröffnet, hat schon mal gewonnen. Das Gute liegt beim M4Music oft so nah.

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6500 Besucher

Die Jubiläumsausgabe des M4Music-Festivals verzeichnete 6500 Besucher. Den mit 5000 Franken dotierten «Demo of the Year»-Preis gewannen Meimuna aus Choëx. Die Band erhielt ausserdem die an den Fondation-Suisa-Award gekoppelten 3000 Franken in der Kategorie Pop. In den anderen Kategorien wurden Verveine aus Vevey (Electronic), Dirty Sound Magnet aus Freiburg (Rock) und Zola aus Basel (Urban) geehrt. Aus der Südostschweiz war die Teilnahme an der diesjährigen Demotape Clinic recht bescheiden, dies im Gegensatz zu früheren Jahren. (hb)

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Jean Zuber von Swiss Music Export: «Für uns muss jemand ‚Export-ready‘ sein»

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Ins Scheinwerferlicht: Viele Schweizer Bands zieht es dorthin – Lo & Leduc haben es am M4Music genossen und ein mitreissendes Konzert gegeben. (Bild Alessandro Della Bella)

 

Sophie Hunger, Bonaparte, Boy: Diese Schweizer Künstler und Bands sind mit ihrer Musik im Ausland erfolgreich. Nicht nur, aber auch dank der Arbeit der Organisation Swiss Music Export. Ein Gespräch mit SME-Geschäftsführer Jean Zuber über Erfolgsstorys, aber auch mangelnde Ressourcen.

Mit Jean Zuber sprach Hans Bärtsch

Das Musikfestival M4Music hat am Wochenende in Lausanne und Zürich Tausende von Besuchern, darunter Hunderte von Branchenvertretern, angezogen – Konzert-Highlight war der Auftritt der Band Bilderbuch aus Wien mit ihrem furiosen Austropop. Für die Poprock-Szene Schweiz, insbesondere Nachwuchskünstler aus diesem Bereich, ist das M4Music der bedeutendste Anlass hierzulande. Eine wichtige Plattform ist das Festival auch für die Organisation Swiss Music Export. Diese geriet dieses Jahr am M4Music unerwartet in die Defensive. Einerseits durch eine Gesprächsrunde, an der es um die Vermit- telbarkeit von Schweizer Künstlern im Ausland ging und deren Relevanz. Der Musikjournalist Jens Balzer («Berliner Zeitung», «Rolling Stone») liess zum Beispiel kein gutes Haar an der Aargauer Band Yokko und kann auch dem Westschweizer Sänger Bastian Baker nicht viel abgewinnen. Auf einem andern Panel meinte andererseits eine Vertreterin des deutschen Wacken- Open-Airs, dass in der Schweiz mehr für die Metal-Szene getan werden könnte. Jean Zuber, Geschäftsführer von Swiss Music Export, stellt sich der Kritik und erklärt, wie die von Pro Helvetia, Suisa-Stiftung, Migros-Kulturprozent und weiteren getragene Organisation funktioniert.

Jean Zuber, Geschäftsführer Swiss Music Export. (Pressebild)

Jean Zuber, Geschäftsführer Swiss Music Export. (Pressebild)

 

Herr Zuber, am M4Music hiess es, Swiss Music Export unterstütze künstlerisch nur bedingt interessante Bands wie Yokko und vernachlässige bestimmte Stile wie Metal ganz. Was sagen Sie dazu?

JEAN ZUBER: Da muss ich etwas ausholen und grundsätzlich werden. Permanent sind rund 100 Schweizer Bands aus dem Poprock-Bereich im Ausland aktiv. Swiss Music Export, das sind drei Teilzeitstellen. Sie können sich also vorstellen, dass nicht hinter all diesen 100 Künstlerinnen und Künstlern unsere Organisation steht. Wir können nicht alles vollständig abdecken. Wenn eine Band bei uns ein Gesuch um Unterstützung stellt, und wir müssen absagen, hat das in der Regel vor allem einen Grund: fehlende Ressourcen.

Wie läuft die Unterstützung von Schweizer Künstlern und Bands durch Swiss Music Export denn konkret ab?

Wir haben verschiedene Tools. An erster Stelle zu nennen sind sogenannte Showcase-Festivals im Ausland, die Plattformen für Nachwuchskünstler bieten und mit denen wir intensiv zusammenarbeiten. Konkret zu nennen sind das Reeperbahn-Festival in Hamburg, das Great Escape in Brighton, das Eurosonic Noorderslag im niederländischen Groningen, das Waves Vienna in Wien, das Mama Event in Paris – das sind die für uns wichtigsten. Dort versuchen wir, Bands zu platzieren. Wobei wir keinen direkten Einfluss auf die Programmierung der Festivals haben. Wenn es dann aber zu einem Auftritt kommt, versuchen wir, in Sachen Promotion das Beste daraus zu machen. Dazu organisieren wir an solchen Festivals in der Regel noch einen eigenen Anlass, in Hamburg etwa unter dem Namen Swiss Business Mixer. Dort bringen wir Leute aus der Szene zusammen, wie es jeweils auch am M4Music geschieht.

 

«Die Stadt Zürich kann im Bereich Poprock jährlich ungefähr eine Million vergeben. Und wir sollen mit 100’000 Franken die ganze Schweiz abdecken?»

 

Das grosse Stichwort heisst also Vernetzung.

Genau: Solche Festivals zu nutzen, kostet nicht allzu viel Geld im Verhältnis zu dem, was es bringt. Am letzten Swiss Business Mixer im Rahmen des Reeperbahn-Festivals nahmen rund 300 Personen teil, davon etwa 70 aus der Schweiz – und die haben gearbeitet wie blöd. Jetzt gibt es Bands, die besser an bestimmte Festivals passen als andere. Yokko zum Beispiel hat am Eurosonic gespielt. Wenn die jungen Aargauer nun einem Starkritiker aus Berlin überhaupt nicht gefallen, heisst das noch lange nicht alles. Es geht ja auch um Business-Zusammenhänge – und die Band findet ganz offensichtlich auch ein Publikum. Die eingangs angesprochene Kritik hingegen, dass wir im Bereich Metal nicht ganz so präsent sind, nehmen wir als Anregung entgegen, dass man da tatsächlich mehr machen kann. Allerdings unterstützen wir auch andere Genres zu wenig, zum Beispiel elektronische Musik und Hip-Hop. Wir versuchen an sich, für alle da zu sein, können aber schlicht nicht alles machen.

Festivals als Netzwerk-Anlässe sind ja nur das eine…

Genau: Im Inland nutzen wir Plattformen wie das M4Music oder das Paleo-Festival in Nyon, das jungen Nachwuchs-Acts immer wieder eine Chance gibt. Dazu kommt die Vermittlung und Beratung, ob im persönlichen Gespräch oder mit Infos über unsere Website. Schliesslich haben wir auch etwas Geld, 80’000 bis 100’000 Franken pro Jahr. Mittel, mit denen wir Bands direkt unterstützen können. Mich ärgert es allerdings etwas, wenn wir, was ab und zu passiert, auf letztgenannten Punkt reduziert werden. Die Stadt Zürich kann im Bereich Poprock jährlich ungefähr eine Million vergeben. Und wir sollen mit 100’000 Franken die ganze Schweiz abdecken? Da kann sich eine Band nicht beklagen, wenn sie von uns eine Absage erhält. Aber wir haben Verständnis dafür, wenn sie sich trotzdem beklagt, weil für sie das eigene künstlerische Schaffen ja das Wichtigste, das Grösste ist.

 

«Einem James Gruntz gebe ich grosse internationale Chancen.»

 

Wie weit muss eine Band eigentlich sein, um durch Swiss Music Export unterstützt zu werden? Muss sie zum Beispiel ein Management haben?

Ich drücke es jeweils so aus: Swiss Music Export ist nicht dazu da, neue Sachen zu entdecken, wobei wir natürlich immer die Ohren offen haben. Für uns muss jemand «Export-ready» sein. Das ist zwar ein etwas schwammiger Begriff, aber es geht um folgende Komponenten. Erstens: Es muss musikalisch «verheben», das ist die Grundvoraussetzung. Zweitens muss ein gewisses Interesse aus dem Ausland manifest sein. Konkret: Wenn wir von einer deutschen Agentur hören, dass die eine Schweizer Band toll findet, läuten bei uns alle Alarmglocken im Sinne von: da passiert etwas. Solche Zeichen können auch Fan- und Medienreaktionen oder Youtube-Klicks sein wie etwa im Fall der welschen Band Kadebostany. Und drittens: Wir verlangen ein professionelles Umfeld. Jemand, der behauptet, er finde keine Booking-Agentur, hat vielleicht noch nicht richtig gesucht, dann helfen wir ihm dabei. Allerdings haben Agenten, die Konzerte vermitteln, ja auch gute Nasen. Wie will eine Band ein Publikum von sich überzeugen, wenn sie es nicht mal schafft, eine Booking-Agentur davon zu überzeugen, dass sie für sie arbeiten soll? Professionelles Umfeld kann ein Management sein, eben eine Booking-Agentur, ein Label oder ein Verlag.

Und wann ist der Zeitpunkt erreicht, dass ein Künstler wieder aus dem Unterstützungsraster fällt?

Swiss Music Export hat den Auftrag, jemanden in einen Markt reinzubringen. Wir geben uns dafür zwei bis drei Jahre Zeit pro Territorium, wobei wir uns auf den deutsch- und französischsprachigen Raum in Europa konzentrieren. Sophie Hunger haben wir sowohl in Deutschland als auch in Frankreich stark unterstützt. Und dies zu einem Zeitpunkt, als sie in der Schweiz noch kaum bekannt war. Aus Frankreich kam dann das Interesse von gleich drei Plattenfirmen – und diese Chance wurde gepackt. Sie ist eine grossartige Künstlerin, vor allem live, die es geschafft hat. Da haben wir viel reingesteckt – und schreiben es uns jetzt auch auf die Fahne. Die bekanntesten Erfolge, bei denen wir unseren Teil beigetragen haben, sind Sophie Hunger, Bonaparte, Boy, Bastian Baker und Eluveitie. Sobald diese selbstständig waren, brauchten sie unsere direkte Hilfe nicht mehr.

 

«Es kommt sogar recht häufig vor, dass wir von Swiss Music Export auf einen fahrenden Zug aufspringen.»

 

Und welches sind die nächsten kommenden Stars?

Das kann ich auch nicht mit Sicherheit sagen. Puts Marie aus Biel kennt noch kaum jemand, haben aber enormes Potenzial. Und einem James Gruntz gebe ich grosse internationale Chancen. Ebenso Pablo Nouvelle, Klaus Johann Grobe, Kadebostany und Oy. Und hoffentlich vielen anderen!

Springt Swiss Music Export ab und zu eigentlich auch auf einen Zug auf, der schon recht gut unterwegs ist? Beispielsweise bei der Bündner Band From Kid, die zurzeit vor allem von SRF3 kräftig gepusht wird?

Es kommt sogar recht häufig vor, dass wir auf einen fahrenden Zug aufspringen. Wir können dann vertiefen, was lokale Förderungen begonnen haben – ein Beispiel sind Künstler, welche der RFV Basel lokal und schweizweit unterstützt hat, und wo im internationalen Kontext dann wir von Swiss Music Export zum Zug kommen. Das von Ihnen erwähnte Beispiel From Kid: Die Band hat am Mama Event in Paris gespielt – ein Auftritt, den sie sich selber organisiert hatte. Wir haben die Band dann zusätzlich an unserem Showcase spielen lassen.

pdf Südostschweiz (31.03.2015)

pdf Südostschweiz (25.03.2015)

Berichte vom M4Music aus den Vorjahren:

pdf Südostschweiz (31.03.2014)

pdf Südostschweiz (25.03.2013)

pdf Südostschweiz (27.03.2012)

pdf Südostschweiz (07.03.2012)

pdf Südostschweiz (29.03.2011)

pdf Südostschweiz (29.03.2010)