Das Beste 2021 – TV-SERIEN

Die Serienwelt wird, was die Streaming-Anbieter anbelangt, immer komplexer, zumal auch die traditionellen Fernsehanstalten mitmischen und Kooperationen entstehen, die bis anhin undenkbar waren. Ein einheimisches Beispiel dafür ist die Produktion «Tschugger», welche das SRF zusammen mit Sky Switzerland realisiert hat. Was das deutschsprachige Serienschaffen anbelangt, belebt die Konkurrenz durch Netflix und Co. offenbar das Geschäft beziehungsweise hebt das Niveau, was die künstlerische Qualität anbelangt. Schön für uns Konsumentinnen und Konsumenten! Mit dem einzigen Makel, dass es immer schwieriger wird, den Überblick zu behalten und in diesem riesigen Heuhaufen die lohnenden Nadeln zu finden. Mir persönlich haben 2021 Produktionen des amerikanischen Serienproduzenten HBO – einmal mehr – mit am meisten Freude bereitet. Quantitativ waren es im Coronajahr 2 total 64 Serien mit 75 Staffeln (vergleichbar mit dem Vorjahr), dazu rund ein Dutzend Serien, bei denen ich ausgestiegen bin. Länger denn je präsentiert sich meine To-do-Liste – eine Folge von Tipps anderer Serienfreaks, welche jederzeit willkommen sind. Nachfolgende Liste ist nicht unbedingt als Rangliste zu verstehen, die Reihenfolge habe ich gleichwohl nicht ganz zufällig gewählt.

«The White Lotus» – Staffel 1 (HBO, Sky Show)
Eine Gruppe reicher und verwöhnter Menschen kommt in einem Luxus-Resort auf Hawaii an – und erlebt dort die Hölle. Bei diesen BesucherInnen wie den Bediensteten kommen in paradiesischer Umgebung hässliche Fratzen zum Vorschein, sozusagen das Hässlichste im Menschen. Und das zumeist wegen Banalitäten. Diese bissige Gesellschaftssatire lässt einen wieder einmal trefflich über Moral und Charaktereigenschaften sinnieren. Ursprünglich war «The White Lotus» als Miniserie konzipiert; weil sie über Erwarten erfolgreich lief, ist nun eine zweite Staffel in Vorbereitung.


«Succession» – Staffel 3 (HBO, Sky Show)
Das Intrigieren in der fiktiven amerikanischen Mediendynastie Roy geht weiter. Der Alte (Logan Roy) will einfach nicht loslassen, scheint den Laden mit seinen Instinkten aber weiterhin als Einziger im Griff zu haben. Ihm gegenüber seine vier Kinder, die eigene Agenden verfolgen, mal allein, mal im Geschwisterverbund. Die Dialoge und Wortspiele sind extrem scharfzüngig, der Ausgang dieses Machtspiels völlig ungewiss, zumal es immer wieder zu neuen Wendungen kommt. Es mag ein Detail sein, aber «Succession» kommt auch mit der zurzeit wohl besten Titelmelodie (Nicholas Britell) daher.


«Mare Of Easttown» – Miniserie (HBO, Sky Show)
Achtung: Wer Kate Winslet aus «Titanic» kennt und liebt, sollte sich diese Serie eventuell nicht antun. Denn in «Mare Of Easttown» spielt sie eine Polizistin, die einen Mord aufzuklären hat und dadurch auf weitere Abgründe in dieser amerikanischen Kleinstadt stösst. Dazu ist ihr eigenes Leben ein einziges Desaster. Gut möglich, dass dieser Plot mit einer anderen Hauptdarstellerin zu einer 08/15-Produktion geworden wäre. Winslet ist in ihrer Rolle aber eine derartige Wucht, dass sich dieser Siebenteiler allein wegen ihr lohnt.


«We Are Who We Are» – Miniserie (HBO, Sky Show)
Als seine beiden Mütter von den USA auf einen italienischen Militärstützpunkt versetzt werden, muss der 14-jährige Frazer mit. Dort fühlt er sich von der gleichaltrigen Caitlin angezogen, die ebenfalls auf der Suche nach ihrer Geschlechtsidentität ist. Diese Begegnung täuscht aber nicht darüber hinweg, dass da viel Einsamkeit, Schmerz und Orientierungslosigkeit ist – bei den beiden Pubertierenden wie den Eltern und dem gesamten hierarchisch geprägten Umfeld. Trotz dieser Tristesse kommt es auch zu sehr schönen zwischenmenschlichen Momenten – bloss dauern die meist nur ganz kurz.


«Tschugger» – Staffel 1 (SRF, Sky Show)
Wer hätte gedacht, dass wir uns je eine Serie, die im Wallis spielt, mit Untertiteln anschauen? Ich habs gemacht, mehr als einmal – und bin dabei vor Lachen jedesmal fast vom Sofa gefallen. Ich muss zurückdenken bis «The Big Lebowski», dass mir das letztmals passiert ist. Hier stimmt humortechnisch einfach alles: Schräge Figuren, absurd-übertriebene Szenen, freche Sprüche, politische Unkorrektheiten und eben auch Untertitel für uns «Grüezini». Eine zweite «Tschugger»-Staffel mit Bax, Smetterling und Co. ist bereits abgedreht und wird uns hoffentlich erneut so viel Spass bereiten.


«We Are Lady Parts» – Staffel 2 (Channel 4)
Eine muslimische Frauen-Punkband sucht eine neue Gitarristin. Das ist die Ausgangslage dieser überaus witzigen britischen Serie. Ausgerechnet eine Doktorandin der Mikrobiologie, die in ihrer gläubigen Gemeinde demnächst verheiratet werden soll, die Countrymusik mag und vor Lampenfieber erbricht, soll diese Gitarristin sein. Dieser Culture-Clash – ein beliebtes filmisches Motiv – hat es in sich. Und wie man es von den Briten kennt, ist der Humor zwischendurch schwärzer als schwarz. Eine zweite Staffel ist inzwischen bestätigt.


«Shtisel» – Staffel 3 (Netflix)
Das Warten auf Staffel 3 dieser israelischen Serie, die das Leben einer strenggläubigen Familie in einem Viertel in Jerusalem zeigt, dauerte geschlagene sechs Jahre. Es hat sich gelohnt. Unverändert wird das Alltagsleben ultraorthodoxer Juden gezeigt. Einer Kultur, die den meisten von uns total fremd sein dürfte. Und genau das macht den Reiz dieser Serie aus – erzählt in einem sehr bedächtigen Rhythmus anhand von Figuren, die einem allesamt ans Herz wachsen. Die einen mehr, die anderen weniger, ganz wie im richtigen Leben. Das ist, um es mit der «NZZ am Sonntag» auszudrücken, «Unterhaltung mit Tiefgang». Stand heute ist leider keine Fortsetzung zu erwarten, dafür ein US-amerikanischer Ableger.


«Bir Başkadır» – Miniserie (Netflix)
Um in fremden Kulturkreisen zu bleiben – diese Serie zeigt Ausschnitte von acht Leben von Menschen in Istanbul, die Grenzen überschreiten. Dabei Ängste überwinden, um sich Wünsche zu erfüllen, und dafür auch Beziehungen auf die Probe zu stellen. Im Zentrum steht Meryem, eine Teilzeitputzfrau, die Ohnmachtsanfälle erleidet und deshalb zur Therapie geht. Diese Therapeutin wiederum ist Teil eines zufälligen Beziehungsgeflechts mit Meryem als Anknüpfungspunkt. Dass und wie sich schlussendlich Kreise schliessen, ist das zu Tränen rührende an «Bir Başkadır» – einer Serie, welche die Vielfalt der türkischen Gesellschaft abbildet. Das aber nicht wirklich zum Wohlgefallen der offiziellen Türkei.


«Godfather Of Harlem» – Staffel 2 (Epix)
Das Interessante an dieser auf wahren Begebenheiten beruhenden Drogen- und Gangsterboss-Serie aus dem New York der Sechzigerjahre ist, dass sie weit darüber hinausgeht. Im Zentrum steht zwar Bumpy Johnson (Forest Whitaker), der das Heroingeschäft in Harlem wieder ganz unter seine Kontrolle bringen will, sich aber auch gegen die Benachteiligung von Menschen mit dunkler Hautfarbe stark macht. Dazu bekommt die Serie durch seinen Freund Malcom X eine stark religiös-politische Komponente, ist dieser doch ein Sprecher der radikalen Vereinigung Nation of Islam.


«Ted Lasso» – Staffel 2 (Apple TV+)
Man kann es nur wiederholen: Es braucht wirklich null Kenntnisse weder von Foot- noch von Fussball, um diesem amerikanischen Coach bei seinem Wirken bei der mittelmässigen britischen Premier-League-Mannschaft AFC Richmond zuzusehen. Denn er selber hat keine Ahnung von «richtigem» Fussball. Dafür das Herz auf dem rechten Fleck. Mit seiner liebevoll-naiven Art erobert er zwar nicht die Tabellenspitze, dafür die Spieler, die Fans und die Club-Oberen noch dazu. Ted Lasso hat allerdings auch Schwächen, die in dieser Staffel 2 erst offenbar werden. Alles in allem ist dies eine der sympathischsten, wohltuendsten Serien der jüngeren Zeit – eine, die einem ein Dauerlächeln ins Gesicht zaubert.


«Station Eleven» – Miniserie (HBO Max)
Es gibt inzwischen ja bereits mehrere Serien, die sich des Szenarios Pandemie annehmen – und das auf verschiedenen Eskalationsstufen. In der italienischen Produktion «Anna» (Arte) etwa ist automatisch zu Tode geweiht, wer die Pubertät erreicht. Mit seltener Brutalität wird auf der Insel Sizilien inmitten von Bandenkriegen die Suche des Mädchens Anne nach ihrem Bruder geschildert, verbunden mit dem Hoffnungsschimmer, dass auf dem Festland inzwischen ein Heilmittel gegen das Virus gefunden wurde. Im ebenfalls recht reisserischen «Sløborn» (ZDF Neo) wiederum geht es um eine zu 90 Prozent tödliche Taubengrippe, die auch die Bewohner einer Insel in der Nordsee ereilt. In Staffel 2, welche in wenigen Tagen anläuft, soll es um den Zerfall der Zivilisation gehen. Und damit zu «Station Eleven» (HBO Max), wo ebenfalls ein Virus grassiert und die ganze Welt in wenigen Tagen mit nur wenigen Überlebenden zurücklässt. Die momentan laufende Miniserie erzählt die Geschichte einzelner Betroffener, ausgehend von einem Theatersaal in Chicago, wo während einer Shakespeare-Aufführung ein Schauspieler verstirbt, auf verschiedenen Zeitebenen und so überraschend wie verstörend. Stellen Sie sich vor, dass in 20 Jahren Pferde Pick-ups nach sich ziehen und eine Wanderschauspieltruppe ennet des Michigansees ebendiesen Shakespeare zum Besten gibt und darüber sinniert, ob es noch zeitgemäss sei, die Tragödie «Hamlet» in einer historischen Fassung zu geben. Letztlich gehts um existenzielle Fragen, was man verloren hat und wie man die Zukunft gestalten soll, wenn definitiv nichts mehr ist, wie es einmal war. Wer bereits mit Corona Mühe hat, lässt hiervon vielleicht besser die Finger.


«Sex Education» – Staffel 3 (Netflix)
Das Ausgangsszenario ist einfach grossartig: Otis, Sohn einer bekannten Sexualtherapeutin, bietet zusammen mit der rebellischen Mitschülerin Maeve Sexualtherapiestunden an, um das Taschengeld aufzubessern. Und das ohne jede eigene Sexerfahrung. Das ist in Staffel 3 anders, dafür ist die Freundschaft mit Maeve in die Brüche gegangen. Und an der Schule weht durch eine neue Leitung ein anderer Wind. Nebenfiguren bekommen dazu mehr Gewicht. «Sex Education» ist weit mehr als ein simples Teenie-Drama, die Serie taucht tief ein in die Sorgen, Nöte, aber auch Freuden heutiger Jugendlicher. Und lässt die Erwachsenen oft recht alt aussehen. Sehr unterhaltend!


«Sky Rojo» – Staffel 2 (Netflix)
Etwas Trash muss sein zwischendurch. In bester Tarantino-Manier versuchen drei Prostituierte, ihrem Zuhälter zu entkommen. Einfacher gesagt, als getan, wenn das Bordell sich auf einer Insel befindet und ihnen inzwischen – nebst dem Zuhälter und dessen Schergen – auch die Polizei auf der Spur ist. Die Moral dieser Geschichte: Miteinander gehts (meistens) besser. «Brutal gut», taxiert die F.A.Z. die zweite Staffel dieser spanischen Serie der «Haus des Geldes»-Erfinder doppeldeutig. Und der «Spiegel» meint: Ein tolles, aber keinesfalls ein tiefsinniges Vergnügen. Genau.


«Goliath» – Schlussstaffel 4 (Amazon)
Zum Schluss von Staffel 3 war der einst erfolgreiche Anwalt Billy McBride (Billy Bob Thornton) für einige Minuten tot. Das lässt ihn immer wieder in (Alp-)Träume abdriften. Aber letztlich auch zu Hochform auflaufen im Kampf gegen den Pillenhersteller Zax, einem wichtigen Akteur in der Opiodkrise in den USA, und der Vertriebsfirma. Ort der Geschehnisse ist diesmal San Francisco. Diverse Filmzitate geben dieser Staffel eine besondere Note. Dass sie versöhnlich endet, ist wohl die grösste Überraschung dieser grossartigen Serie.


«Unbroken» – Miniserie (ZDF Neo)
In dieser deutschen Thrillerserie verschwindet die hochschwangere Kommissarin Alex (Aylin Tezel) urplötzlich. Nach Tagen taucht sie wieder auf – ohne Erinnerung und ohne Kind. Was steckt dahinter, zumal alles nach einer normalen Entbindung aussieht? Polizeikollegen und sie selber kommen immer mehr ins Zweifeln, ob sie auf den richtigen Spuren sind. Im Gegensatz zu ihren «Tatort»-Einsätzen kann Tezel hier zeigen, was in ihr steckt. Sie trägt den Sechsteiler mit ihrer fiebrigen Präsenz praktisch allein. Was aber nicht heisst, dass der Fall selber nicht auch hochspannend und fantastisch erzählt ist.


Ebenfalls sehr gut gefallen haben mir:
«Atlantic Crossing» – Miniserie (PBS und ARD-Mediathek)
«Atypical» – Schlussstaffel 4 (Netflix)
«Baghdad Central (Bagdad nach dem Sturm)» – Miniserie (Channel 4, Arte)
«Beforeigners» – Staffel 1 (HBO Europe, ARD)
«Billions» – Staffel 5, Folgen 6-12 (Sky Show)
«Bonusfamiljen (The Patchwork Family)» – Staffeln 1 bis 4 (FLX, Netflix)
«Caïd (Gangsta)» – Miniserie (Netflix)
«Catastrophe» – Staffeln 2 bis 4 (Channel 4, BBC)
«Cellules de crise» – Miniserie (RTS/SRF)
«Dexter – Cold Blood» – Miniserie (Sky Show)
«Die Wespe» – Miniserie (Sky Show)
«Gomorra» – Schlussstaffel 5 (Sky Show)
«Hit & Run» – Miniserie (Netflix)
«How To Sell Drugs Online (Fast)» – Staffel 3 (Netflix)
«Kalifat» – Miniserie (Netflix)
«Katla» – Miniserie (RVK, Netflix)
«Kingdom» – Staffeln 1 und 2 (Netflix)
«Mein eigenes Begräbnis» – Miniserie (Arte)
«Never Have I Ever…» – Staffel 2 (Netflix)
«Pantoufles» – Miniserie (Couleur 3/RTS, Playsuisse)
«Ragnarok» – Staffel 2 (Netflix)
«Schitt’s Creek» – Staffeln 4 bis 6 (CBC)
«The Flight Attendant» – Staffel 1 (HBO, Sky Show)
«The North Water» – Miniserie (BBC Two, AMC USA)
«The Serpent» – Miniserie (BBC One, Netflix)
«Westwall» – Miniserie (ZDF)
«Wilder» – Staffel 3 (SRF)
«Yellowstone» – Staffel 4 (Paramount Network)
«Your Honor» – Miniserie (Showtime, Sky Show)

Influencer: Die neuen, ehrenamtlichen Musikjournalisten

Mit dem «New Musical Express» (NME), «Intro», «Groove», «Spex» sind in den vergangenen Monaten einst bedeutende Musikmagazine verschwunden, in der Tagespresse folgt gerade im Kultur-/Feuilleton-Bereich eine Sparrunde der nächsten. Ist der klassische Musikjournalismus tot? Ja. Gibt es neue Formen des Musikjournalismus? Ja. Eine Bestandesaufnahme am Branchenfestival M4Music in Zürich.

Von Hans Bärtsch

Es ist ein etwas deprimierender Moment, als Ane Hebeisen («Bund»/«Tages-Anzeiger»), einer der letzten Mohikaner des klassischen Musikjournalismus in der Schweiz, zur Verteidigung ebendieser Spezies anhebt. Orientierung für die Leserschaft sei doch nach wie vor nötig, das Vertiefen von Themen, das Erschliessen neuer, noch unbekannter musikalischer Welten. Sagts und verschwindet trotz stattlicher Körpergrösse fast in seinem Sessel an dieser Gesprächsrunde unter dem Titel «Musikjournalismus 2020».

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Am M4Music in Zürich: Linus Volkmann, Ane Hebeisen, Miriam Lenz und Tibor Kiss (von links) sprechen mit Moderatorin Gisela Feuz über «Musikjournalismus 2020». (Pressebilder)

 

Kein Wunder, denn um Textinhalte und -qualitäten geht es nur am Rande. Hebeisen wird attestiert, «geile Texte» zu schreiben, niemand der Anwesenden, der daran zweifelt, dass er einer der besten Musikjournalisten des Landes ist. Aber was nützt das, wenn die Chefetagen von Medienhäusern Budgets kappen und Prioritäten in der Kulturberichterstattung nach der Chance auf möglichst viel Aufmerksamkeit – sprich: Klicks – setzen? Im schlimmsten Fall verschwinden Fachzeitschriften wie eingangs aufgeführte «Spex» und Co. einfach von der Bildfläche. Und mit ihnen (Musik-)Journalisten, die für Einordnung und Vertiefung sorgten und mit grosser Neugier Neuem auf der Spur waren. Subjektiv und unabhängig von PR-Beeinflussung.

Algorithmen als bessere Musikjournalisten

Einer, der das Ganze positiv sieht, ist der Deutsche Linus Volkmann, ehemaliger «Intro»-Redaktor, heute freiberuflich als TV- und Print-Journalist tätig. Statt Schwermut und Trauerarbeit sei doch Optimismus angesagt. Die Digitalisierung biete gerade auch im Musikjournalismus so viele neue Chancen. Sogenannte Gatekeeper seien Journalisten tatsächlich nicht mehr. Diese Rolle hätten heutzutage die Algorithmen von Streaming-Anbietern wie Spotify inne. Oder Influencer mit Hunderttausenden Followern auf Youtube- und andern Kanälen. Der Bedeutungsverlust des eigenen Wissens schmerze zwar, aber es gebe für Journalisten andere Wege, Zielgruppen mit «interessanten Nischen» bedienen zu können als mit langen, dazu noch kostenpflichtigen Texten.

Zu solchen Nischen gehören Blogs wie Rockette.space, ehrenamtlich mitbetrieben von Miriam Lenz, die hauptberuflich bei der Nachrichtenagentur Keystone-SDA arbeitet. Einer der Grundsätze dieses Blogs: «Wir sind nicht interessiert an Verrissen. Wir verschwenden keine Zeit mit Sachen, die uns nicht gefallen. Wir machen nur, worauf wir selber Lust haben.» Aber ist dieses Kritiklose nicht Schönwetter-Journalismus? «Ja», räumt Lenz unumwunden ein. Aber mit der Möglichkeit, neue Formen auszuprobieren. Interviews im O-Ton beispielsweise, samt Pausen und Störungen dazwischen, aber sehr authentisch.

Multimedialität und Interaktion

Tibor Kiss, ein Vertreter der Generation Z und Mitbetreiber des viel beachteten Youtube-Kanals Edwan, bemängelt, dass in der Schweiz nicht vermehrt auf solche Verbreitungswege gesetzt werde. Klassischer Journalismus habe einen grossen Streuverlust. Und was die schönsten Texte nützen würden, wenn niemand sie sehe, stellte er eine rhetorische Frage. Die grössten Influencer seien heute im Übrigen die Musiker und Bands selber, die direkt an ihre Fans gelangen und mit ihnen in Kontakt sein könnten.

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Janosch Tröhler, Betreiber der Website Negativewhite.ch, äussert sich am M4Music zum Thema Musikjournalismus.

 

Multimedialität und Interaktion sind auch für Janosch Tröhler, Betreiber der soeben neu lancierten Website Negativewhite.ch, das A und O im Musikjournalismus. Heute müsse die Community eingebunden sein. Auch international führende Portale wie Pitchfork.com hätten diesbezüglich noch Optimierungspotenzial. Musikjournalismus sei nur noch ein mit Leidenschaft betriebenes Hobby, sagte er und sprach damit aus, was alle Podiumsteilnehmer, ausgenommen «Dinosaurier» Hebeisen, dachten.

Anders gesagt: Der klassische Musikjournalismus ist tot, jedenfalls fast. Mit der Diversifizierung auf andere Kanäle sind neue Formen am Entstehen. Ein Beispiel dafür lieferte Luca Thoma von «Lyrics/Juice». Als Printmagazin für Hip-Hop gegründet, gehe man heute Kooperationen mit Portalen wie Watson.ch ein, was mehr Reichweite für die Beiträge bedeute. Dazu veranstaltet man ein eigenes Festival und ist selbstredend auf allen möglichen Socia-Media-Plattformen präsent. Dank einer starken eigenen Website generiere man Klicks, die direkt in Werbung umgemünzt werden könnten. Das alle stehe und falle mit dem Hunger und der Leidenschaft der Menschen, die mitmachen, so Thoma. Ehrenamtlich auch hier. Aber: Man biete ein Sprungbrett in den Journalismus. Ach ja: Erwähnte «Spex» gibt es in der Zwischenzeit wieder – als Online-Magazin. Totgeglaubte leben eben länger…

 

BOX 1

Asbest gewinnen «Demo Of The Year»

Am M4Music vom Wochenende 14. bis 16. März 2019 in Lausanne und Zürich wurde der Schweizer Musikbranche zum inzwischen 21. Mal der Puls gefühlt. Mit Gesprächsrunden wie jenem zum Musikjournalismus (siehe Haupttext), aber auch Seminaren für Musikerinnen und Musiker. Auf grosses Interesse stiess einmal mehr der Nachwuchswettbewerb Demotape Clinic. Das «Demo Of The Year» ging an das Rocktrio Asbest aus Basel. Starke Beiträge waren auch aus der Südostschweiz im Rennen, etwa der Song «Oh Girl» von Catalyst aus St. Gallen in der Kategorie Rock, oder «Medusah» von Kety Fusco aus dem bündnerischen Mesocco in der Kategorie Elektronik. Das diesjährige M4Music wurde von 6000 Personen besucht, davon rund 1000 Fachleuten aus der Musikbranche. Bei den Auftritten von Schweizer Bands fiel die Präsenz von starken Frauenstimmen auf. Erwähnt seien bloss Black Sea Dahu, Steiner & Madlaina oder die letztjährige «Demo Of The Year»-Gewinnerin Jessiquoi. (hb)

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Asbest: Die Gewinner des «Demo Of The Year» 2019 beim Sieger-Fototermin…

Asbest live am M4Music 2019

…und beim Liveauftritt auf der Open-Air-Bühne vor dem Schiffbau in Zürich. (Bild Hans Bärtsch)

 

BOX 2

Streaming dominiert die Musikverkäufe

An dem vom Migros-Kulturprozent getragenen Branchenfestival M4Music wurden dieses Jahr erstmals die vom Verband Schweizer Musiklabels Ifpi erhobenen Verkaufszahlen im hiesigen Tonträgermarkt präsentiert. Wobei dieser Begriff irritiert, gehen die Verkäufe von physischen Tonträgern doch weiter stetig zurück. Mit CDs und LPs wurden 2018 noch 40 Millionen Franken umgesetzt – zum Vorjahr ein Minus von satten 22 Prozent. Diese Verkäufe tragen noch 24 Prozent zum Gesamtmarkt bei, womit auch klar ist, wie gross dieser ist: Für 170 Millionen Franken wurde letztes Jahr in der Schweiz Musik verkauft (+3,7 Prozent zum Vorjahr). Diese Zunahme geht einzig und allein auf das Segment Streaming zurück. Mit 97,8 Millionen Franken (+36 Prozent) trägt Streaming inzwischen 58 Prozent zum Gesamtmarkt bei. Zum Langzeitvergleich: Anfang der Nullerjahre wurden in der Schweiz mit Musik noch mehr als 350 Millionen Franken umgesetzt – und das ausschliesslich mit physischen Tonträgern. (hb)

 

Südostschweiz 18.03.2019

Von der Vergänglichkeit des gerade Angesagten

Am M4Music in Zürich trifft sich jeweils die ganze Schweizer Musikszene, um tagsüber den Zustand ebendieser Szene zu diskutieren und nachts den angehenden Stars zu lauschen. Manchmal wäre ein Blick zurück gewinnbringender.

von Hans Bärtsch

Die entscheidenden Sätze fielen zum Schluss einer enorm kurzweiligen Stunde mit Harvey Goldsmith. Der heute 72-jährige ist einer der erfolgreichsten Musikpromotoren überhaupt, hatte bei den Karrieren von Pink Floyd, Genesis, Yes, Queen, The Who («wegen ihrer Unberechenbarkeit die beste Liveband aller Zeiten»), Bruce Springsteen, Elton John, U2, Muse, Coldplay und vielen mehr die Finger im Spiel. Er war der Mann hinter der einmaligen Wiedervereinigung von Led Zeppelin 2007 (mehr als 20 Millionen Billettbestellungen für eine einzige Show). Und er war der begnadete Netzwerker, der Bob Geldofs «Live-Aid»-Idee innert Wochen umsetzte – ein Benefizkonzert, das Mitte der Achtzigerjahre 1,5 Milliarden Menschen rund um den Erdball vor dem Fernseher vereinigte und mehr als 100 Millionen Franken für Afrika zusammenbrachte.

Dieser Harvey Goldsmith also meinte, mit den Beatles und den Rolling Stones in den musikalisch wie gesellschaftlich fundamental wichtigen Sechzigerjahren gross geworden zu sein, sei ein enormes Glück. Heute sei die Verfügbarkeit von Musik zwar ungleich grösser, aber auch viel beliebiger. Nicht dass er das verurteilen würde – dazu ist Goldsmith viel zu sehr britischer Gentleman –, aber die Spreu vom Weizen zu trennen, sei ungleich schwieriger geworden.

Voller als voll

Dieses Spreu-vom-Weizen-Trennen, die Suche nach neuen Perlen der Popmusik, diese Aufgabe stellt sich das M4Music seit Anbeginn. Mit 6700 Besuchern war das von Donnerstag bis Sonntag in Lausanne und Zürich vom Migros-Kulturprozent zum 21. Mail ausgerichtete Festival einmal mehr ausverkauft. Und zwar derart, dass bei den angesagtesten Acts für etliche Besucher kein Reinkommen mehr war in die entsprechenden Säle. Der deutsche Rapper/Dancehall-Musiker Trettmann ist einer dieser Überflieger der Stunde, denen das Publikum quasi aus der Hand frisst. Interessanterweise erst jetzt, wo er sich gemäss eigenen Aussagen «neu erfunden» hat. Anders gesagt, von einem Produzententeam auf Massengeschmack getrimmt wurde. Auch bei Jacob Banks (toller Sänger, aber etwas gar süsslicher Soulpop) wars voller als voll. Noch schlimmer beim Konzert des Wiener Rappers Yung Hurn.

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Der Szene-Treffpunkt jeden Frühling: das M4Music in Zürich.

Das M4Music, bemisst man es am Andrang des normalen und des Fachpublikums, hat also die Nase bestens im Wind. Nur, wo werden all die Yung Hurns, Trettmanns und Jacob Banks in ein paar Jahren sein, wenn die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird, wie man so schön sagt? Denn etwas wirklich Eigenständiges hat bisher keiner der drei Genannten geschaffen. Ein symptomatischer Moment war die Demotape-Clinic, als es um die besten Schweizer Urban-Acts ging. Von einem Cosmic Shuffling aus Genf war ein Track zu hören in derart waschechtem altem Reggae/Ska-Stil, dass es den in der Jury sitzenden Phenomden schier aus den Socken haute. Um dann in einem lichten Moment einzugestehen: Toller Song, tolle Produktion – aber eine Spur mehr Eigenständigkeit wäre doch, bittesehr, schon wünschenswert.

Es tut körperlich weh

Nein, das Rad lässt sich in der Popmusik kaum mehr neu erfinden. Wenn, funktioniert das Generieren von Aufmerksamkeit nur über mehr Extreme: Schrillere Auftritte, reduzierteste Spielweisen, überspitzt-provokante Texte, tolle Lichtshows, was auch immer. Einer, der seinen Lebensstil vor sich herträgt, weil ihm damit in seiner Heimat Südafrika der Tod droht, ist der schwule Soulsänger Nakhane. Sein am eigenen Leib erfahrener Schmerz, umgesetzt in Elektropop mit viel Soul, tut fast körperlich weh. Afrobeats treffen beim 29-Jährigen auf harte Elektronik und Gospel. Gesungen mit einem Falsett, das zum Pathos neigt. Kurz und gut: Nakhanes Auftritt war eine unglaublich intensive Dreiviertelstunde Musik wie von einem andern Stern.

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Eine intensive Dreiviertelstunde Musik: Nakhane aus Südafrika.

Just davor hatte Veronica Fusaro gezeigt, weshalb sie eine hochgelobte Schweizer Sängerin ist, ordentlich im Radio gespielt wird und diesen Sommer etliche Open-Air-Bühnen, darunter das Quellrock in Bad Ragaz, bespielt. Gesanglich/musikalisch ist das Ganze zweifellos einwandfrei. Doch wenn bei den Ansagen zwischendurch das Mädchen aus dem Berner Oberland durchschimmert, ist es mit der ganzen Magie vorbei. Dasselbe bei Pablo Nouvelle. Wie Fusaro hat der Berner Musiker hinter diesem Projekt, Fabio Friedli, sämtliche Stufen beim M4Music durchlaufen: Teilnahme am Nachwuchsprojekt Demotape-Clinic, Auftritt auf der Open-Air-Bühne, dann in einem der kleineren Säle und jetzt Eröffnung des Samstags in der grossen Halle. Bei Pablo Nouvelle ist alles hübsch und nett und tut nicht weh. Das Konzept der verschiedenen Stimmen zu den verschiedenen Songs ist inzwischen auch schon x-fach erprobt. Allein: Man wird nicht richtig warm damit, weil Ecken und Kanten fehlen.

Die Siegerin der diesjährigen Demotape-Clinic hört übrigens auf den Namen Jessiquoi, kommt aus Bern (ursprünglich Australien), und hat beste Chancen, im Aufmerksamkeitszirkus der heutigen Musikwelt zumindest eine zeitlang mitzumischeln mit ihrem recht eigenständigen Elektropop.

Wer profitiert?

Weshalb so viel von Aufmerksamkeit die Rede ist, zeigt ein Blick auf eine der Diskussionsrunden am diesjährigen M4Music. «Goldgrube Streaming?» lautete die mit einem Fragezeichen versehen Ausgangslage zur Debatte, wer die grossen Profiteure von gestreamter Musik sind. Die Urheber beziehungsweise Musikerinnen sind es nämlich nicht. Es sind immer noch Stellen weit hinter dem Komma, welche für die kreativen Schöpfer pro gespielten Song abfallen. Umso mehr sahnen die Plattenfirmen ab. Die Dienste selber nicht unbedingt, schreiben doch allesamt tiefrote Zahlen, insbesondere der führende, kurz vor dem Börsengang stehende Anbieter Spotify. Streaming ist noch immer ein derart junges Geschäftsmodell, dass der Drang nach Reichweite weit vor Profit steht. In einem gnadenlosen Verdrängungswettbewerb werden gerade die Weichen gestellt für die Zukunft. Und findige Dienste wie iGroove aus dem schwyzerischen Lachen suchen Künstler mit ihren Songs auf relevante Playlists zu bringen, so dass sich das Ganze irgendwann rechnet.

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Wohin des Weges mit Streaming? Vertreter von Suisa, Ifpi und iGrooves werfen einen Blick in die Zukunft. (Pressebilder)

Streaming übrigens hat am M4Music als Megatrend-Thema die Musikpiraterie abgelöst. Letztere, einmal das ganz grosse Sorgenkind der Branche, ist nämlich praktisch verschwunden, seit man Musik gemietet hört. Schöne neue Musikwelt. Ach, war das noch übersichtlich, als es zwischen Beatles und Rolling Stones um den Thron der besten Band ging. Zwei Bands, zwei Stilrichtungen. Und gemeinsam die beste Musik des Pop und Rock in Form von Songs, die von der Qualität her Jahrzehnte überdauern.

 

Die Frauenfrage

Ein Dauerthema an Branchenfestivals wie dem M4Music ist die Frauenfrage. Warum gibt es zu wenige von ihnen auf und hinter der Bühne? Weil grossmehrheitlich immer noch Männer den Ton angeben, da ist man sich einig. Und wie lässt sich das ändern? Indem zum Beispiel Verantwortliche für Festival-Line-ups, die praktisch nur aus männlichen Acts bestehen, ausgewechselt werden. Dieser nicht ganz unprovokante Vorschlag kam von der Geschäftsführerin des Musicboard Berlin, die als staatliche Stelle im Musikbusiness mitwirkt. Bei privat organisierten Festivals würde das kaum funktionieren. Fakt ist, kein einziges Schweizer Festival ist bei der globalen Initiative «Keychange» dabei, die den Frauenanteil in den nächsten Jahren massiv erhöhen will. (hb)

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Streaming kannibalisiert Downloads

Im Hoch: Schallplatten sind wieder vermehrt gefragt, der Musikmarkt insgesamt ist weiter rückläufig. (Bild Carsten Jünger/Pixelio)

Im Hoch: Schallplatten sind wieder vermehrt gefragt, der Musikmarkt insgesamt ist weiter rückläufig. (Bild Carsten Jünger/Pixelio)

 

Plattenfirmen verlieren weiter an Umsatz – auch, weil das Download- Geschäft erstmals wieder zurückgeht.

Von Hans Bärtsch

Von 312 Millionen Franken im Jahr 2000 auf noch 84,8 Millionen im vergangenen Jahr – der Tonträgermarkt in der Schweiz (und weltweit) schrumpft kontinuierlich. Zum Vorjahr (2013) wars ein weiteres Minus von acht Prozent. Immerhin: Der Rückgang hat sich leicht verlangsamt, wie den neusten Zahlen des Branchenverbandes Ifpi zu entnehmen ist, der 30 Plattenfirmen vertritt.

Minus auch bei Downloads

Interessant ist, dass die rückläufige Tendenz nicht nur auf die Kappe der physischen Tonträger geht, sondern auch vor den Downloads nicht halt gemacht hat. Das legale Herunterladen von Musik aus dem Internet war in den letzten Jahren zu einem der Hoffnungsträger der Branche geworden – und damit soll es jetzt bereits wieder vorbei sein? Es sieht so aus. Anstelle der Downloads tritt nämlich immer mehr das Streaming; es gibt auch immer mehr Anbieter in diesem Bereich, die bekanntesten sind Spotify und Deezer, Google und Apple stehen in den Startlöchern.

Streaming, beflügelt durch die flächendeckende Verbreitung von Smartphones, kommt in der Schweiz inzwischen auf einen Anteil von 14 Prozent am gesamten Musikmarkt. Unterm Strich hat das Plus beim Streaming (+87 Prozent) das Minus bei den Downloads (–21 Prozent) umsatzmässig nicht zu egalisieren vermögen. Anders ausgedrückt: Diese beide Formate kannibalisieren sich – wer Musik streamt, braucht den Download nicht mehr. Die Ifpi spricht in ihrer Mitteilung von einem «Strukturwandel» im «äusserst dynamischen Digitalgeschäft».

Viel Schweizer Musik

Rund 27 Prozent ihrer Umsätze erzielten die Schweizer Musiklabels im Übrigen mit nationalen Künstlern. Gölä, Bligg und Beatrice Egli schafften es in die Top Ten der Schweizer Album-Hitparade, in den Top 100 waren insgesamt 23 Alben von Schweizer Interpreten vertreten. In den Aufbau nationaler Künstlerinnen und Künstler investierten die Plattenfirmen 2014 rund sechs Millionen Franken. Für Ifpi-Präsident Ivo Sacchi – er ist auch Geschäftsführer von Universal Music – sind die Musiklabels eine «unentbehrliche Stütze der Schweizer Musikszene».

pdf Südostschweiz (25.02.2015)