Das Beste 2021 – TV-SERIEN

Die Serienwelt wird, was die Streaming-Anbieter anbelangt, immer komplexer, zumal auch die traditionellen Fernsehanstalten mitmischen und Kooperationen entstehen, die bis anhin undenkbar waren. Ein einheimisches Beispiel dafür ist die Produktion «Tschugger», welche das SRF zusammen mit Sky Switzerland realisiert hat. Was das deutschsprachige Serienschaffen anbelangt, belebt die Konkurrenz durch Netflix und Co. offenbar das Geschäft beziehungsweise hebt das Niveau, was die künstlerische Qualität anbelangt. Schön für uns Konsumentinnen und Konsumenten! Mit dem einzigen Makel, dass es immer schwieriger wird, den Überblick zu behalten und in diesem riesigen Heuhaufen die lohnenden Nadeln zu finden. Mir persönlich haben 2021 Produktionen des amerikanischen Serienproduzenten HBO – einmal mehr – mit am meisten Freude bereitet. Quantitativ waren es im Coronajahr 2 total 64 Serien mit 75 Staffeln (vergleichbar mit dem Vorjahr), dazu rund ein Dutzend Serien, bei denen ich ausgestiegen bin. Länger denn je präsentiert sich meine To-do-Liste – eine Folge von Tipps anderer Serienfreaks, welche jederzeit willkommen sind. Nachfolgende Liste ist nicht unbedingt als Rangliste zu verstehen, die Reihenfolge habe ich gleichwohl nicht ganz zufällig gewählt.

«The White Lotus» – Staffel 1 (HBO, Sky Show)
Eine Gruppe reicher und verwöhnter Menschen kommt in einem Luxus-Resort auf Hawaii an – und erlebt dort die Hölle. Bei diesen BesucherInnen wie den Bediensteten kommen in paradiesischer Umgebung hässliche Fratzen zum Vorschein, sozusagen das Hässlichste im Menschen. Und das zumeist wegen Banalitäten. Diese bissige Gesellschaftssatire lässt einen wieder einmal trefflich über Moral und Charaktereigenschaften sinnieren. Ursprünglich war «The White Lotus» als Miniserie konzipiert; weil sie über Erwarten erfolgreich lief, ist nun eine zweite Staffel in Vorbereitung.


«Succession» – Staffel 3 (HBO, Sky Show)
Das Intrigieren in der fiktiven amerikanischen Mediendynastie Roy geht weiter. Der Alte (Logan Roy) will einfach nicht loslassen, scheint den Laden mit seinen Instinkten aber weiterhin als Einziger im Griff zu haben. Ihm gegenüber seine vier Kinder, die eigene Agenden verfolgen, mal allein, mal im Geschwisterverbund. Die Dialoge und Wortspiele sind extrem scharfzüngig, der Ausgang dieses Machtspiels völlig ungewiss, zumal es immer wieder zu neuen Wendungen kommt. Es mag ein Detail sein, aber «Succession» kommt auch mit der zurzeit wohl besten Titelmelodie (Nicholas Britell) daher.


«Mare Of Easttown» – Miniserie (HBO, Sky Show)
Achtung: Wer Kate Winslet aus «Titanic» kennt und liebt, sollte sich diese Serie eventuell nicht antun. Denn in «Mare Of Easttown» spielt sie eine Polizistin, die einen Mord aufzuklären hat und dadurch auf weitere Abgründe in dieser amerikanischen Kleinstadt stösst. Dazu ist ihr eigenes Leben ein einziges Desaster. Gut möglich, dass dieser Plot mit einer anderen Hauptdarstellerin zu einer 08/15-Produktion geworden wäre. Winslet ist in ihrer Rolle aber eine derartige Wucht, dass sich dieser Siebenteiler allein wegen ihr lohnt.


«We Are Who We Are» – Miniserie (HBO, Sky Show)
Als seine beiden Mütter von den USA auf einen italienischen Militärstützpunkt versetzt werden, muss der 14-jährige Frazer mit. Dort fühlt er sich von der gleichaltrigen Caitlin angezogen, die ebenfalls auf der Suche nach ihrer Geschlechtsidentität ist. Diese Begegnung täuscht aber nicht darüber hinweg, dass da viel Einsamkeit, Schmerz und Orientierungslosigkeit ist – bei den beiden Pubertierenden wie den Eltern und dem gesamten hierarchisch geprägten Umfeld. Trotz dieser Tristesse kommt es auch zu sehr schönen zwischenmenschlichen Momenten – bloss dauern die meist nur ganz kurz.


«Tschugger» – Staffel 1 (SRF, Sky Show)
Wer hätte gedacht, dass wir uns je eine Serie, die im Wallis spielt, mit Untertiteln anschauen? Ich habs gemacht, mehr als einmal – und bin dabei vor Lachen jedesmal fast vom Sofa gefallen. Ich muss zurückdenken bis «The Big Lebowski», dass mir das letztmals passiert ist. Hier stimmt humortechnisch einfach alles: Schräge Figuren, absurd-übertriebene Szenen, freche Sprüche, politische Unkorrektheiten und eben auch Untertitel für uns «Grüezini». Eine zweite «Tschugger»-Staffel mit Bax, Smetterling und Co. ist bereits abgedreht und wird uns hoffentlich erneut so viel Spass bereiten.


«We Are Lady Parts» – Staffel 2 (Channel 4)
Eine muslimische Frauen-Punkband sucht eine neue Gitarristin. Das ist die Ausgangslage dieser überaus witzigen britischen Serie. Ausgerechnet eine Doktorandin der Mikrobiologie, die in ihrer gläubigen Gemeinde demnächst verheiratet werden soll, die Countrymusik mag und vor Lampenfieber erbricht, soll diese Gitarristin sein. Dieser Culture-Clash – ein beliebtes filmisches Motiv – hat es in sich. Und wie man es von den Briten kennt, ist der Humor zwischendurch schwärzer als schwarz. Eine zweite Staffel ist inzwischen bestätigt.


«Shtisel» – Staffel 3 (Netflix)
Das Warten auf Staffel 3 dieser israelischen Serie, die das Leben einer strenggläubigen Familie in einem Viertel in Jerusalem zeigt, dauerte geschlagene sechs Jahre. Es hat sich gelohnt. Unverändert wird das Alltagsleben ultraorthodoxer Juden gezeigt. Einer Kultur, die den meisten von uns total fremd sein dürfte. Und genau das macht den Reiz dieser Serie aus – erzählt in einem sehr bedächtigen Rhythmus anhand von Figuren, die einem allesamt ans Herz wachsen. Die einen mehr, die anderen weniger, ganz wie im richtigen Leben. Das ist, um es mit der «NZZ am Sonntag» auszudrücken, «Unterhaltung mit Tiefgang». Stand heute ist leider keine Fortsetzung zu erwarten, dafür ein US-amerikanischer Ableger.


«Bir Başkadır» – Miniserie (Netflix)
Um in fremden Kulturkreisen zu bleiben – diese Serie zeigt Ausschnitte von acht Leben von Menschen in Istanbul, die Grenzen überschreiten. Dabei Ängste überwinden, um sich Wünsche zu erfüllen, und dafür auch Beziehungen auf die Probe zu stellen. Im Zentrum steht Meryem, eine Teilzeitputzfrau, die Ohnmachtsanfälle erleidet und deshalb zur Therapie geht. Diese Therapeutin wiederum ist Teil eines zufälligen Beziehungsgeflechts mit Meryem als Anknüpfungspunkt. Dass und wie sich schlussendlich Kreise schliessen, ist das zu Tränen rührende an «Bir Başkadır» – einer Serie, welche die Vielfalt der türkischen Gesellschaft abbildet. Das aber nicht wirklich zum Wohlgefallen der offiziellen Türkei.


«Godfather Of Harlem» – Staffel 2 (Epix)
Das Interessante an dieser auf wahren Begebenheiten beruhenden Drogen- und Gangsterboss-Serie aus dem New York der Sechzigerjahre ist, dass sie weit darüber hinausgeht. Im Zentrum steht zwar Bumpy Johnson (Forest Whitaker), der das Heroingeschäft in Harlem wieder ganz unter seine Kontrolle bringen will, sich aber auch gegen die Benachteiligung von Menschen mit dunkler Hautfarbe stark macht. Dazu bekommt die Serie durch seinen Freund Malcom X eine stark religiös-politische Komponente, ist dieser doch ein Sprecher der radikalen Vereinigung Nation of Islam.


«Ted Lasso» – Staffel 2 (Apple TV+)
Man kann es nur wiederholen: Es braucht wirklich null Kenntnisse weder von Foot- noch von Fussball, um diesem amerikanischen Coach bei seinem Wirken bei der mittelmässigen britischen Premier-League-Mannschaft AFC Richmond zuzusehen. Denn er selber hat keine Ahnung von «richtigem» Fussball. Dafür das Herz auf dem rechten Fleck. Mit seiner liebevoll-naiven Art erobert er zwar nicht die Tabellenspitze, dafür die Spieler, die Fans und die Club-Oberen noch dazu. Ted Lasso hat allerdings auch Schwächen, die in dieser Staffel 2 erst offenbar werden. Alles in allem ist dies eine der sympathischsten, wohltuendsten Serien der jüngeren Zeit – eine, die einem ein Dauerlächeln ins Gesicht zaubert.


«Station Eleven» – Miniserie (HBO Max)
Es gibt inzwischen ja bereits mehrere Serien, die sich des Szenarios Pandemie annehmen – und das auf verschiedenen Eskalationsstufen. In der italienischen Produktion «Anna» (Arte) etwa ist automatisch zu Tode geweiht, wer die Pubertät erreicht. Mit seltener Brutalität wird auf der Insel Sizilien inmitten von Bandenkriegen die Suche des Mädchens Anne nach ihrem Bruder geschildert, verbunden mit dem Hoffnungsschimmer, dass auf dem Festland inzwischen ein Heilmittel gegen das Virus gefunden wurde. Im ebenfalls recht reisserischen «Sløborn» (ZDF Neo) wiederum geht es um eine zu 90 Prozent tödliche Taubengrippe, die auch die Bewohner einer Insel in der Nordsee ereilt. In Staffel 2, welche in wenigen Tagen anläuft, soll es um den Zerfall der Zivilisation gehen. Und damit zu «Station Eleven» (HBO Max), wo ebenfalls ein Virus grassiert und die ganze Welt in wenigen Tagen mit nur wenigen Überlebenden zurücklässt. Die momentan laufende Miniserie erzählt die Geschichte einzelner Betroffener, ausgehend von einem Theatersaal in Chicago, wo während einer Shakespeare-Aufführung ein Schauspieler verstirbt, auf verschiedenen Zeitebenen und so überraschend wie verstörend. Stellen Sie sich vor, dass in 20 Jahren Pferde Pick-ups nach sich ziehen und eine Wanderschauspieltruppe ennet des Michigansees ebendiesen Shakespeare zum Besten gibt und darüber sinniert, ob es noch zeitgemäss sei, die Tragödie «Hamlet» in einer historischen Fassung zu geben. Letztlich gehts um existenzielle Fragen, was man verloren hat und wie man die Zukunft gestalten soll, wenn definitiv nichts mehr ist, wie es einmal war. Wer bereits mit Corona Mühe hat, lässt hiervon vielleicht besser die Finger.


«Sex Education» – Staffel 3 (Netflix)
Das Ausgangsszenario ist einfach grossartig: Otis, Sohn einer bekannten Sexualtherapeutin, bietet zusammen mit der rebellischen Mitschülerin Maeve Sexualtherapiestunden an, um das Taschengeld aufzubessern. Und das ohne jede eigene Sexerfahrung. Das ist in Staffel 3 anders, dafür ist die Freundschaft mit Maeve in die Brüche gegangen. Und an der Schule weht durch eine neue Leitung ein anderer Wind. Nebenfiguren bekommen dazu mehr Gewicht. «Sex Education» ist weit mehr als ein simples Teenie-Drama, die Serie taucht tief ein in die Sorgen, Nöte, aber auch Freuden heutiger Jugendlicher. Und lässt die Erwachsenen oft recht alt aussehen. Sehr unterhaltend!


«Sky Rojo» – Staffel 2 (Netflix)
Etwas Trash muss sein zwischendurch. In bester Tarantino-Manier versuchen drei Prostituierte, ihrem Zuhälter zu entkommen. Einfacher gesagt, als getan, wenn das Bordell sich auf einer Insel befindet und ihnen inzwischen – nebst dem Zuhälter und dessen Schergen – auch die Polizei auf der Spur ist. Die Moral dieser Geschichte: Miteinander gehts (meistens) besser. «Brutal gut», taxiert die F.A.Z. die zweite Staffel dieser spanischen Serie der «Haus des Geldes»-Erfinder doppeldeutig. Und der «Spiegel» meint: Ein tolles, aber keinesfalls ein tiefsinniges Vergnügen. Genau.


«Goliath» – Schlussstaffel 4 (Amazon)
Zum Schluss von Staffel 3 war der einst erfolgreiche Anwalt Billy McBride (Billy Bob Thornton) für einige Minuten tot. Das lässt ihn immer wieder in (Alp-)Träume abdriften. Aber letztlich auch zu Hochform auflaufen im Kampf gegen den Pillenhersteller Zax, einem wichtigen Akteur in der Opiodkrise in den USA, und der Vertriebsfirma. Ort der Geschehnisse ist diesmal San Francisco. Diverse Filmzitate geben dieser Staffel eine besondere Note. Dass sie versöhnlich endet, ist wohl die grösste Überraschung dieser grossartigen Serie.


«Unbroken» – Miniserie (ZDF Neo)
In dieser deutschen Thrillerserie verschwindet die hochschwangere Kommissarin Alex (Aylin Tezel) urplötzlich. Nach Tagen taucht sie wieder auf – ohne Erinnerung und ohne Kind. Was steckt dahinter, zumal alles nach einer normalen Entbindung aussieht? Polizeikollegen und sie selber kommen immer mehr ins Zweifeln, ob sie auf den richtigen Spuren sind. Im Gegensatz zu ihren «Tatort»-Einsätzen kann Tezel hier zeigen, was in ihr steckt. Sie trägt den Sechsteiler mit ihrer fiebrigen Präsenz praktisch allein. Was aber nicht heisst, dass der Fall selber nicht auch hochspannend und fantastisch erzählt ist.


Ebenfalls sehr gut gefallen haben mir:
«Atlantic Crossing» – Miniserie (PBS und ARD-Mediathek)
«Atypical» – Schlussstaffel 4 (Netflix)
«Baghdad Central (Bagdad nach dem Sturm)» – Miniserie (Channel 4, Arte)
«Beforeigners» – Staffel 1 (HBO Europe, ARD)
«Billions» – Staffel 5, Folgen 6-12 (Sky Show)
«Bonusfamiljen (The Patchwork Family)» – Staffeln 1 bis 4 (FLX, Netflix)
«Caïd (Gangsta)» – Miniserie (Netflix)
«Catastrophe» – Staffeln 2 bis 4 (Channel 4, BBC)
«Cellules de crise» – Miniserie (RTS/SRF)
«Dexter – Cold Blood» – Miniserie (Sky Show)
«Die Wespe» – Miniserie (Sky Show)
«Gomorra» – Schlussstaffel 5 (Sky Show)
«Hit & Run» – Miniserie (Netflix)
«How To Sell Drugs Online (Fast)» – Staffel 3 (Netflix)
«Kalifat» – Miniserie (Netflix)
«Katla» – Miniserie (RVK, Netflix)
«Kingdom» – Staffeln 1 und 2 (Netflix)
«Mein eigenes Begräbnis» – Miniserie (Arte)
«Never Have I Ever…» – Staffel 2 (Netflix)
«Pantoufles» – Miniserie (Couleur 3/RTS, Playsuisse)
«Ragnarok» – Staffel 2 (Netflix)
«Schitt’s Creek» – Staffeln 4 bis 6 (CBC)
«The Flight Attendant» – Staffel 1 (HBO, Sky Show)
«The North Water» – Miniserie (BBC Two, AMC USA)
«The Serpent» – Miniserie (BBC One, Netflix)
«Westwall» – Miniserie (ZDF)
«Wilder» – Staffel 3 (SRF)
«Yellowstone» – Staffel 4 (Paramount Network)
«Your Honor» – Miniserie (Showtime, Sky Show)

Das Beste 2020 – TV-SERIEN

64 Serien, 74 Staffeln – das ist meine quantitative TV-Serien-Bilanz 2020. Diese Zahlen sind nicht zum Bluffen. Natürlich ist diese Menge Corona geschuldet. Aber nicht nur. Es gibt derart viele derart gute Serien, dass ich mich ihnen auch in gewöhnlichen Zeiten gewidmet hätte, vielleicht einfach in etwas geringerer Dosis oder zeitverzögerter. Jedenfalls bot 2020 umständehalber die Möglichkeit, lange Aufgeschobenes oder Verpasstes nachzuholen. Auch solche, schon etwas ältere Serien, seien hier erwähnt. Es ist dies der erste Versuch, die Liste – in alphabetischer Reihenfolge – nach Genres zu strukturieren, wobei es natürlich grosse Trennunschärfen gibt. Den Anfang machen Serien mit Humor und damit fürs Gemüt. Kann man ja gut gebrauchen zurzeit… Und natürlich seien nur jene Serien erwähnt, die meiner Meinung nach eine gute Bewertung verdient haben (ab 4 von 5 Maximalpunkten). Zu meiner Halbjahresbilanz, auch das sei noch erwähnt, kann es punktemässig gewisse Abweichungen geben – weil die eine Serie besser, die andere etwas schlechter gealtert ist. Das meiner Meinung nach Allerbeste zum Schluss in einer Art Zusammenfassung.
Nachtrag: Per 31.12. sind es 66 Serien und 76 Staffeln geworden. Wider Erwarten habe ich die französisch-kanadische Sensationsserie «M’entends-tu?» auch noch geschafft.


HUMOR / KOMÖDIEN

«After Life» (Staffeln 1 und 2; Netflix)
5/5 (Bewertung)
«Atypical» (Staffeln 1 bis 3; Netflix)
4,5/5
«Catastrophe» (Staffeln 1 und 2; Channel 4/BBC)
4/5
«Dead To Me» (Staffeln 1 und 2; Netflix)
4,5/5
«Home For Christmas» (Staffeln 1 und 2; Netflix)
4,5/5
«I Am Not Okay With This» (Staffel 1; Netflix)
4/5
«Love & Anarchy» (Staffel 1; Netflix)
5/5
«Never Have I Ever» (Staffel 1; Netflix)
4/5
«New Girl» (Staffeln 4 bis 7; Netflix)
4/5
«Schitt’s Creek» (Staffeln 1 bis 3; CBC)
4,5/5
«Sex Education» (Staffel 2; Netflix)
4,5/5
«Space Force» (Staffel 1; Netflix)
4/5
«Ted Lasso» (Staffel 1; Apple TV+)
5/5


VERBRECHEN / THRILLER

«Arctic Circle – Der unsichtbare Tod» (Miniserie; ZDF)
4/5
«Darkness – Schatten der Vergangenheit» (Staffel 1; Arte)
4,5/5
«Das Geheimnis des Totenwaldes» (Miniserie; ARD)
4,5/5
«Des» (Minserie; ITV/Sky)
5/5
«Follow The Money» (Staffel 3; Arte)
4,5/5
«Gangs Of London» (Staffel 1; Sky Atlantic)
4,5/5
«Marcella» (Staffel 3; Netflix)
5/5
«Moloch» (Miniserie; Arte)
4/5
«Ozark» (Staffel 3; Netflix)
5/5
«Suburra» (Schlussstaffel 3; Netflix)
5/5
«The Capture» (Miniserie; BBC One)
4,5/5
«The Pleasure Principle – Geometrie des Todes» (Miniserie; Arte)
4/5
«Wild Bill» (Staffel 1; ITV)
4/5
«Young Wallander» (Staffel 1; Netflix)
4/5
«ZeroZeroZero» (Staffel 1; Sky)
5/5


DRAMA

«Amour fou – Obwohl ich dich liebe» (Miniserie; Arte)
4,5/5
«Bad Banks» (Staffel 2; ZDF/Arte/Netflix)
4/5
«Better Call Saul» (Staffel 5; Netflix)
5/5
«Big Little Lies» (Staffeln 1 und 2; HBO/Sky)
4,5/5
«Billions» (Staffel 5; Showtime/Sky)
4/5
«Dérapages – Aus der Spur» (Miniserie; Arte)
4/5
«A Wedding, A Funeral, A Christening – Eine Hochzeit mit Folgen» (Miniserie; Arte)
4/5
«Fargo» (Staffel 4; FX)
Ohne Wertung, da noch nicht zu Ende geschaut
«Fauda» (Staffel 3; Netflix)
5/5
«Frieden» (Miniserie; SRF)
4,5/5
«Homeland» (Schlussstaffel 8; Showtime)
4,5/5
«I May Destroy You» (Miniserie; BBC One/HBO/Sky)
5/5
«Killing Eve» (Staffel 3; BBC America)
4,5/5
«M’entends-tu?» (Staffeln 1 und 2; Netflix)
5/5
«No Man’s Land – Kampf um den Halbmond» (Miniserie; Arte)
4/5
«Shtisl» (Staffeln 1 und 2; Netflix)
5/5
«Small Axe» (Miniserie; BBC One)
5/5
«Stateless» (Miniserie; Netflix)
4,5/5
«Succession» (Staffeln 1 und 2; HBO/Sky)
5/5
«Tehran» (Staffel 1; Apple TV+)
4,5/5
«The Looming Tower» (Miniserie; Hulu)
4,5/5
«The Queen’s Gambit» (Miniserie; Netflix)
5/5
«Unorthodox» (Miniserie; Netflix)
5/5
«Unterleuten – Das zerrissene Dorf» (Miniserie; ZDF)
4,5/5
«Yellowstone» (Staffel 1; Paramount Network)
4,5/5


FANTASY / MYSTERY / HORROR

«Dark» (Schlussstaffel 3; Netflix)
4,5/5
«Devs» (Staffel 1; FX Network/Sky)
4,5/5
«Preacher» (Schlussstaffel 4; AMC)
4/5
«Ragnarök» (Staffel 1; Arte)
4,5/5
«Tales From The Loop» (Staffel 1; Amazon)
5/5
«The Outsider» (Staffel 1; HBO/Sky)
4,5/5
«Watchmen» (Staffel 1; HBO/Sky)
4,5/5


ENTTÄUSCHUNGEN

«A Herdade – Land im Sturm» (Miniserie; Arte)
«Al Hayba» (Staffel 1; MTV Lebanon/Netflix)
«Das Team» (Staffel 2; Arte)
«Freud» (Staffel 1; ORF/Netflix)
«L’agent immobilier – Mein sprechender Goldfisch» (Arte)
«Messiah» (Staffel 1; Netflix)
«Swedish Dicks» (Staffel 1; Pop TV/Netflix)
«The Valhalla Murders» (Staffel 1; BBC Four/Netflix)


IN PLANUNG

«Cellule de Crise – Ohne Grenzen» (Staffel 1; SRF/Play Suisse)
«Fargo» (Staffel 4, die letzten Folgen; FX)
«Industry» (Staffel 1; BBC Two/Sky)
«M’entends-tu?» (Staffel 3; Netflix)
«Normal People» (Miniserie; BBC Three/Hulu)
«Schitt’s Creek» (Staffeln 4 bis 6; CBC)
«Twin Peaks» (Staffel 3, die letzten Folgen; Sky)
«Yellowstone» (Staffeln 2 und 3; Paramount Network)


DAS BESTE VOM BESTEN

«Shtisl» (Netflix)
In Israel lief die erste Staffel bereits 2013. Dank Netflix gewann die Geschichte um eine ultraorthodoxe Familie und ihren Alltag in einem Vorort von Jerusalem ein grösseres Publikum. Ein Geheimtipp ist sie hierzulande aber immer noch. Selten schon ist mir um Filmfiguren so warm ums Herz geworden wie bei dieser Serie aus einem Kulturkreis, der eigentlich nicht fremder sein könnte. Auf eine dritte Staffel wird sehnlichst gewartet, nicht zuletzt im Herkunftsland selber – «Shtisl» hat dort nicht weniger als zu einem Stück Völkerverständigung beigetragen. 2021 soll es mit der Ausstrahlung so weit sein (siehe Trailer). Ach ja: Wer sich die bekanntere Serie «Unorthodox» zu Gemüte geführt hat, in der es im Wesentlichen ebenfalls ums Lieben und Leiden in strenggläubigen jüdischen Kreisen geht – die dortige Hauptdarstellerin Shira Haas ist auch in «Shtisl» in einer tragenden Rolle zu sehen.


«I May Destroy You» (BBC One/HBO/Sky)
Eine sexuelle Belästigung in einem Nachtclub wirft die junge Autorin Arabella komplett aus der Bahn. Waren es K.o.-Tropfen oder sonst ein alkohol-/drogenbedingter Filmriss? Wer war der Täter? Die Geschichte basiert auf einer tatsächlichen Missbrauchserfahrung der Hauptdarstellerin (Michaela Coel), die auch das Skript zu dieser Serie geschrieben, als Produzentin fungiert und bei einigen Folgen Regie geführt hat. Die amerikanisch-britische Produktion ist schlicht eine Sensation – das wohl eindringlichste Serienerlebnis des Jahres. Es ist auch ein Porträt der Generation Tinder, wo sich alle zuballern, was das Zeug hält. Bewusstseinsverändernde Substanzen wie sexuelle Erlebnisse werden reingezogen wie Fastfood. Dass das verdammt wehtun kann, ist eine der schmerzlichen Erkenntnisse von «I May Destroy You». «Once seen and never forgotten», schreibt der «Guardian» zu diesem Zwölfteiler und beurteilt ihn als beste Serie des Jahres. True!


«Suburra» (Netflix)
Von manchen Serien wünschte man sich, sie würden endlich zu Ende gehen, gibt es doch genügend Beispiele, wo die Macher den Rank nicht fanden, um zu einem Punkt zu kommen. Bei der italienischen Mafiaserie «Suburra», die immer etwas im Schatten von «Gommorah» stand, waren es pro Staffel (total drei) immer zwei Folgen weniger. In sechs Mal knapp 50 Minuten sollte also die Geschichte todverfeindeter Familien und die dreckige Rolle einzelner Politiker und kirchlicher Würdenträger fertigerzählt werden? Ja, leider, ist in diesem Fall zu sagen. Denn es geht fast etwas zu schnell, zu drastisch, zumal die Partnerinnen von Spadino und Aureliano für ganz neue Konstellationen sorgen. Aber ach: Wer dem organisierten Verbrechen angehört, weiss, dass er gefährlich lebt. Und Empathie haben die allesamt äusserst brutalen Figuren nicht verdient. Der Abschied von «Suburra» schmerzt trotzdem…


«Love & Anarchy» (Netflix)
Bei nordischen Serien kommen einem ja in erster Linie düstere Thriller à la «Die Brücke» in den Sinn. Diese leichtfüssige Komödie um eine erfolgreiche Beraterin und Familienfrau, die bei der Arbeit auf einen jungen Programmierer trifft, welcher sie beim Masturbieren erwischt, zeigt eine andere Facette des dortigen Schaffens. Erwähnte Szene ist der Auftakt zu einem gewagten Flirt, stellen sich die beiden doch in der Folge Aufgaben wie einen ganzen Tag lang Rückwärtslaufen. Was leicht abgedreht tönt, ist es auch. «Love & Anarchy» ist überdies ein wunderbares Beispiel der offenen Lebensformen in Schweden. Dasselbe ist mir übrigens bei der erst kurz vor den Festtagen entdeckten norwegischen Serie «Home For Christmas» aufgefallen. Dass in beiden selbstbewusste Frauen im Mittelpunkt stehen, auch wenn sie in manchen Lebensphasen stark an sich zweifeln, versteht sich wohl von selbst. «Love & Anarchy» wie «Home For Christmas» bieten allerbeste Unterhaltung.


«Better Call Saul» (Netflix)
Es gibt kaum eine Serie, bei der ich mich so nach einer Fortsetzung sehne, wie bei diesem Krimidrama. Die Anknüpfung an «Breaking Bad» ist nun mit Händen zu fassen in der fünften Staffel des Prequels «Better Call Saul». Jimmy McGill ist immer noch der erfolglose Anwalt aus Albuquerque. Sukzessive läuft er allen Figuren, die in «Breaking Bad» eine Rolle spielen, über den Weg. Nur Crystal-Meth-Hersteller Walter White und der Kleinkriminelle Jesse Pinkmann fehlen noch. Ich gehe jede Wette ein, dass den Machern mit der Schlussstaffel 6 noch manche Überraschung gelingt, um aus McGill Saul Goodman werden zu lassen. Etwas Geduld ist gefragt, beginnen die Dreharbeiten coronabedingt doch erst im Frühjahr 2021, mit der Ausstrahlung ist kaum vor 2022 zu rechnen.


«Fauda» (Netflix)
In der Serie «Fauda» (arabisch für Chaos») geht es um eine israelische Undercover-Einheit, diesmal auf der Suche nach einem Soldaten, der unter falscher Identität arabische Terroristen jagt. Wie diese Einheit mit Doron Kavillio als Hauptidentifikationsfigur in Hamas-Kreisen im Westjordanland ihrem Job nachgeht, sorgt für nervenzehrende Spannung. Dass eine solche Aufgabe auch Einfluss auf den Alltag der Mitglieder der Einheit hat, ist sonnenklar. Was ihre Leben eher beeinflusst, die brandgefährlichen bewaffneten Einsätze oder immer mal wieder drohende zwischenmenschliche Kollateralschäden, sei hier mal dahingestellt. Auf jeden Fall zählt «Fauda» zum besten Serienschaffen der letzten Jahre. Eine Staffel 4 ist in Arbeit.


«The Queen’s Gambit» (Netflix)
Und last but not least die Aufsteigerstory des Jahres. Beth wächst in den Fünfzigerjahren in einem Waisenhaus in Kentucky auf. Der verschlossene Hausmeister macht sie – verbotenerweise – mit der Schachwelt bekannt. Beth hat eine besondere Begabung für das Spiel mit den schwarz-weissen Figuren. Aber auch ein Suchtproblem. In ihrer Pflegemutter, die sie aus dem Heim holt, bekommt sie eine Verbündete. Und schlägt im Schach bald alle Männer, selbst die Russen. Auch wenn man mit Schach nicht viel am Hut hat, dies ist eine der bezauberndsten Serien seit Langem, nicht zuletzt dank der fantastischen Anya Taylor-Joy in der Hauptrolle. Wenn ich diese Liste auf eine einzige Empfehlung für Serien-Freund*innen verkürzen müsste, es wäre wohl «The Queen’s Gambit».