«Anne»: Theaterstück gegen das Vergessen des Grauens

Anne Frank ist das wohl bekannteste Holocaust-Opfer. Ihr Tagebuch wird derzeit in Amsterdam neu dramatisiert auf die Bühne gebracht. Ein eindrückliches Stück gegen das Vergessen des Grauens – jetzt auch auf Deutsch übersetzt.

Von Hans Bärtsch

Amsterdam. – Dokumentar- und Spielfilme, Hörspiele, literarische Werke, Kompositionen, Musicals, Theaterinszenierungen. Gedenkorte, Statuen, Museen. Schulstoff. Welt­kulturerbe der Unesco. Das und viel mehr ist das «Tagebuch der Anne Frank», das und viel mehr hat dieses historische Dokument aus der Zeit des Nationalsozialismus bewirkt. Die Schrift des jüdischen Mädchens wurde in rund 70 Sprachen übersetzt und verkaufte sich bislang 70 Millionen Mal. Anne ist das wohl bekannteste Holocaust-Opfer, weil ihre Geschichte nicht nur eine Erinnerung an unglaubliche Gräueltaten, sondern auch ein Symbol der Hoffnung ist.

Anne und ihr geliebtes Tagebuch (Bild Kurt van der Elst)

Anne und ihr geliebtes Tagebuch.
(Bilder Kurt van der Elst)

 

Neues Stück, neues Theater

Doch die Zeit des Zweiten Weltkriegs rückt immer weiter weg, gerade für heutige, eher mit sozialen Medien denn mit Büchern aufwachsende Generationen. Damit nicht vergessen wird, was nicht vergessen werden darf, hat der Anne Frank Fonds in Basel, welcher die Rechte am «Tagebuch der Anne Frank» verwaltet, eine neue Dramatisierung in Auftrag gegeben. Das Stück des niederländischen Autorenpaares Leon de Winter und Jessica Durlacher läuft sein Mai in einem mit Geldern von Privatinvestoren erbauten, topmodern eingerichteten Theater im westlichen Hafen von Amsterdam. Der Premiere wohnten auch der niederländische König Willem-Alexander bei und Buddy Elias, der 89-jährige Cousin und letzte lebende direkte Verwandte von Anne Frank. Was sie sahen, hat seither Tausende von Besuchern zu Tränen gerührt.

Vom rebellischen Teenager …

De Winter/Durlacher konnten sich – erstmalig – der originalen Tagebuchtexte bedienen. Und zeigen die Anne – ideal verkörpert von der frischgebackenen Schauspielschul-Abgängerin Rosa da Silva – als lebhaften, manchmal auch nervigen Teenager. Sie sitzt eingangs in einem Pariser Café und trifft dort auf einen Verleger. Diese sich wiederholenden Treffen – Wunschgedanken der jungen Frau – sind das einzig fiktive am neu geschriebenen Stück. Diese Rahmenhandlung umfasst die Jahre 1940 bis 1944, von denen Anne und ihre Schwester mit den Eltern plus einer weiteren jüdischen Familie die letzten beiden auf engstem Raum in einem Amsterdamer Hinterhaus-Versteck verbrachten, unterstützt von wenigen Eingeweihten.

anne, theu boermans

Das Leben  auf engstem Raum ist nicht immer einfach.

 

Die 1:1 nachgebaute Häuserfront hebt, senkt und dreht sich. Erlaubt wie in einem Puppenhaus Einblicke auf verschiedenen Ebenen. Schildert den Alltag der Zweckgemeinschaft, der geprägt ist von der omnipräsenten Angst des Entdecktwerdens durch die Nazi-Schergen. Es sind Szenen grosser Intimität, aber auch kleinlicher Streitereien vor allem unter den Erwachsenen. Das gute Verhältnis Annes zum fürsorglichen Vater wird gezeigt (brillant: Paul R. Kooij), wie das Nichtauskommen mit der als kalt empfundenen Mutter.

… zur reifen jungen Frau

Und dann ist da das Ringen um das kleine Schreibtischchen zwischen Anne und einem später dazu gekommenen Mitbewohner. Dieses Tischchen, auf dem Anne ihre Gedanken und Erlebnisse ins innig geliebte Tagebuch schreibt. Man sieht sie nachgerade erwachsen werden vom unbeschwerten, vorlauten Mädchen zur nachdenklichen, aber lebenshungrigen jungen Frau. Als am Radio die Landung der Alliierten in der Normandie verkündet wird, begleitet von historischen Aufnahmen auf riesigen Leinwänden, sind Freude und Hoffnung gross – aber nicht für lange. In fast wortlosen Szenen folgen Verrat, Deportation und Tod im Lager Bergen-Belsen.

Zum Schluss führt der Weg ins Konzentrationslager (Bild Kurt van der Elst)

Zum Schluss führt der Weg ins Konzentrationslager.

 

Der Holocaust als Multimediaschau? Der Kommerzvorwurf (siehe Kasten) greift nicht nur zu kurz, er ist völlig daneben. Wenn man junge Leute abholen will, dann genau so. Das Produzenten-Duo Kees Abrahams und Robin De Levita inszenierte zusammen mit Regisseur Theu Boermans die einfach gestrickte Geschichte trotz viel Technik ohne Effekt­hascherei, dafür umso berührender. Seit Kurzem ist «Anne» auch für ein internationales Publikum interessant, wird es doch – via iPad am Sitzplatz – mit Simultanübersetzung in acht Sprachen, darunter Deutsch, angeboten. Wirklich nötig ist dies nicht, geht das Stück doch auch tief unter die Haut, ohne dass man jedes Wort versteht.

http://www.theateramsterdam.nl/de

 

Wem gehört Anne Frank?

Der Anne Frank Fonds in Basel ist von Annes Vater Otto Frank, der das Konzentrationslager als einziger der Familie überlebt hatte, mit edu­kativen Zielen gegründet worden. Leitgedanken des Fonds sind die Völkerverständigung und die Überwindung von Vorurteilen und Ras­sismus. Die Nonprofit-Organisation unterstützt mit den Einnahmen aus dem Verkauf des Tagebuchs von Anne Frank eine Vielzahl von Projekten weltweit.

Das im Amsterdamer Hafen realisierte neue Theater, in dem das vom Anne Frank Fonds initiierte Stück «Anne» derzeit läuft, liegt nur wenige Hundert Meter von jenem Haus entfernt, in dem sich die Familie Frank während mehr als zwei Jahren versteckt hielt. Dieses jährlich von gut einer Million Menschen besuchte Museum wird von einer Stiftung betrieben, die mit dem Basler Anne Frank Fonds über Kreuz liegt. Es geht letztlich um nicht weniger als die Deutungshoheit über Anne Frank. Oder anders gesagt um die Frage: Wem gehört Anne Frank eigentlich? Den Fonds-Verantwortlichen missfällt, dass das Holocaust-Opfer Anne im Haus an der Prinsengracht quasi zur Heiligen hochstilisiert wird. Umgekehrt stören sich die Museumsbetreiber an der Kommerzialisierung der Geschichte im neuen Theater. Die Besucher könnten sich mit Prosecco die Tränen über das traurige Schicksal des Mädchens wegspülen, hiess es etwa. (hb)

pdf Südostschweiz (07.08.2014)

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«Hier ist die Seele des Montreux Jazz Festival zuhause»

Im und um das Music & Convention Centre finden die Konzerte des Montreux Jazz Festival statt. Die «Seele» des Anlasses ist aber das Chalet des verstorbenen Festival-Gründers Claude Nobs. Die «Südostschweiz» war zu Besuch.

Von Hans Bärtsch (Text und Bilder)

Montreux. – Von Traurigkeit keine Spur im Chalet Le Picotin in Caux hoch über Montreux, obwohl der Hausherr fehlt, für immer. Die Besucher – an diesem Tag im Juli 2014 vor allem Medienschaffende aus dem In- und Ausland – geben sich die Klinke in die Hand. Und sind gleich mittendrin in der Welt des vor eineinhalb Jahren verstorbenen Claude Nobs, Gründer und bis zuletzt Spiritus rector des Montreux Jazz Festival.

Nebst allen Konzertaufnahmen hat Claude Nobs auch Instrumente gesammelt.

Claude Nobs hat auch Instrumente gesammelt – etliche dieser Gitarren waren Geschenke.

 

Auf riesigen Bildschirmen läuft in 1a-Ton- und Bildqualität das fantastische Konzert, das Robert Plant am Vorabend gegeben hat. Der ehemalige Sänger von Led Zeppelin, der sich vor wenigen Jahren einer dreistelligen Millionensumme verweigerte, um nicht die «wandelnde Jukebox einer Hardrock-Legende» sein zu müssen, ist mit den Sensational Space Shifters zugange. Die neue Band an Plants Seite ist in der Tat sensationell. Rockiger Blues ist die Basis, aber auch Rock’n’Roll, Folk, Country, Bluegrass, Westcoast-Rock und Orientalisches hat seinen Platz. Dem Zeppelin-Erbe verweigert sich der 65-jährige Lockenkopf nicht, tut das aber dosiert und mit Witz. Den Klassiker «Whole Lotta Love» gibts mit einem afrikanisch-irischen Intermezzo. Selten hat man einen Altstar so jung und mit Vorwärtsdrang statt zurückblickend am Werk gesehen. Auf das im September erscheinende Debutalbum von Plant und seinen Sensational Space Shifters darf man sich freuen.

The Nobs als Alternativname

Dieser Meinung ist auch Thierry Amsallem, für ein Vierteljahrhundert Nobs Lebenspartner und jetzt Verwalter der Schätze, die im Chalet Le Picotin angehäuft sind. Er hat gleich auch eine Anekdote zur Hand zu Led Zeppelin, die in den Siebzigerjahren mehr als einmal in Montreux aufgetreten sind. In einem kritischen Karrieremoment steckend, hätte die Band erwogen, sich neu The Nobs (!) zu nennen. So weit kams dann ja nicht, obwohl ein ernsthafter Rechtsstreit drohte – weil ein Nachfahre des Luftschiffbauers Graf Zeppelin den Namen für sich reklamierte. Schmunzeln in der Runde. Ob Plant auch diesmal ins Chalet hochgekommen sei, will einer wissen. Amsallem bejaht. Einträge im Gästebuch bezeugen, dass der Ort immer noch ein starker Anziehungspunkt ist für Künstler, die am Festival auftreten. Vor allem das Kino unter dem Dach mit ausrangierten Erstklass-Sesseln der Swissair und einer unglaublichen Sound-/Videoanlage.

Blick vom Garten mit dem Saxofon spielenden Elefanten über Montreux und den Genfersee.

Blick vom Garten mit dem Saxofon spielenden Elefanten über Montreux und den Genfersee.

 

Das Herzstück des Chalets ist ein Betonbunker, wo die Bänder mit sämtlichen Aufnahmen lagern, die am Festival gemacht wurden. Und das ist in Ton und Bild praktisch lückenlos alles, was seit 1967 auf den Hauptbühnen stattgefunden hat. Im nächsten Jahr soll die Digitalisierung der Bänder durch die EPFL (das welsche Pendant zur ETH) abgeschlossen sein. Es sind derart unglaubliche Datenmengen, dass man sich am besten mit diesem Bild behilft: Es bräuchte mehr als 20’000 iPods, um die Musik darauf unterzubringen.

Inzwischen sind auch Festivalchef Mathieu Jaton und Shohachi Sakurai zu unserer Gruppe gestossen. Letzterer ist ein ehemaliger hochrangiger Sony-Manager, der dem Montreux Jazz Festival die ersten Aufnahmen in HD-Qualität ermöglichte. Vorreiter in Sachen Technik war das Festival zusammen mit Partnern wie dem japanischen Elektronikkonzern Sony schon immer – diesbezüglich durfte es immer nur das Beste sein. Die Verbundenheit des Festivals mit Japan äussert sich dieses Jahr im Übrigen auch in einem Japan Day.

Aufnahmen als Teil des Vertrags

Geben eigentlich alle Künstler, Agenturen und Plattenfirmen freimütig ihr Einverständnis zu den Aufnahmen? Laut Festivalchef Jaton ist das Bestandteil der Verträge. Aber grundsätzlich wüssten alle Beteiligte nur zu gut, wie wertvoll diese hochklassigen Aufnahmen seien. Und sie seien ja in erster Linie fürs Archiv vorgesehen. Allfällige Veröffentlichungen auf CD/DVD oder eine Freigabe für einen TV-Sender würden zu einem späteren Zeitpunkt neu verhandelt. Sukzessive soll das Archiv, das zum kulturellen Unesco-Welterbe gehört, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Eventuell auch im Chalet Le Picotin selber, darüber will die Stiftung, die das Erbe des Montreux Jazz Festival mitverwaltet, noch dieses Jahr entscheiden. Vorerst können sich Besucher der immer mehr werdenden Montreux Jazz Café an kleinen Archiv-Häppchen erfreuen. Als jüngstes Glied in dieser Café-Kette wurde just zum Beginn des diesjährigen, 48. Festivals im «Fairmont Le Montreux Palace» ein Montreux Jazz Café in Betrieb genommen.

Überall Sammelstücke und Bildschirme, über die Konzerte flimmern.

Überall im Chalet Sammelstücke und Grossbildschirme, über die Konzerte flimmern.

 

Bleibt zum Abschied ein Blick vom Wohnzimmer des Chalets über den Garten, wo die Skulptur eines Saxofon spielenden Elefanten steht, hinunter nach Montreux und über den wolkenverhangenen Genfersee. «Spürt Ihr das, hier ist die Seele des Montreux Jazz Festival zuhause», sagt jemand. Niemand, der widersprechen wollte. Nur zu gut ist der Geist dieses einmaligen Festivals hier zu spüren.

pdf Südostschweiz (12.07.2014)

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Die Stones in Zürich – mögen sie noch ewig rollen

Sie sind alle um die 70, aber keine Spur zu alt, um 48 000 Besucher in die Ekstase zu treiben: Das Konzert der Rolling Stones am Sonntag im Zürcher Letzigrund war schlicht und einfach grandios.

Von Hans Bärtsch (Text und Bild)

Zürich. – Seit mehr als 50 Jahren sind sie «on the road», haben alle Höhen und Tiefen des Musikbusiness erlebt, Bandmitglieder unter mysteriösen Umständen verloren (Brian Jones), eigene Drogeneskapaden glimpflich überstanden (Keith Richards), Schicksalsschläge weggesteckt – nach dem Suizid von Mick Jaggers langjähriger Freundin L’Wren Scott ist es an diesem lauen Sonntagabend im Zürcher Letzigrundstadion erst das dritte Konzert der wiederaufgenommenen Welttour namens «14 On Fire», das erste unter freiem Himmel. Vor allem aber stehen die Rolling Stones souverän über dem Umstand, dass ihnen seit rund einem Vierteljahrhundert überhaupt nichts Neues mehr einfällt – der leidlich attraktive Stampfer «Doom And Gloom» ist das einzige gespielte Stück, das aus den 2000er-Jahren stammt.

Rolling-Stones-Gitarrist Keith Richards in voller Aktion.

Rolling-Stones-Gitarrist Keith Richards in voller Aktion.

 

Für andere wäre eine solche Phase künstlerischer Flaute der Todesstoss. Für Jagger und Co. sowie das Publikum ist es – zumindest an diesem Abend – das Beste, was ihnen passieren kann. Denn wie die Gruppe mit alten Schlachtrössern wie «Jumpin’ Jack Flash», «Honky Tonk Women», «Sympathy For The Devil» usw. umgeht, ist grossartig. Trotz stattlicher Begleitband: die Songs wirken nie mastig, sie sind allesamt aufs Notwendigste reduziert, leben von den einpeitschenden Riffs der beiden Gitarristen Richards und Ron Wood (letzterer, der Jungspund der Band, feiert am Tag des Zürcher Auftritts seinen 67. Geburtstag). Charlie Watts am Schlagzeug hält mit seinen stoischen Rhythmen das Ganze zusammen. Mick Jagger ist dazu der Entertainer vor dem Herrn, spult Kilometer ab auf der riesigen Bühne mit Laufsteg weit ins Publikum hinaus. Und er ist stimmlich so gut beieinander, dass es eine Freude ist – Jagger verleiht den Songs den letzten Tick an Dringlichkeit, die ihnen so schon innewohnt.

Rückkehr zu den Ursprüngen

Mit der Art, wie die rollenden Steine ihr Repertoire interpretieren, der sichtbaren Spielfreude, der Patzer auch (Richards haut seine Riffs mehr als einmal haarscharf daneben, und tempomässig war er schon deutlich sattelfester) ist die Band heute wieder dort, wo sie einst herkam – beim schwarzen, souligen (Rhythm’n’) Blues, aus dem sie ihren rauen, dreckigen Rock entwickelt haben. Die Höhepunkte des exakt zwei Stunden dauernden Konzerts sind indes nicht die bekanntesten Songs, sondern ausgedehnte Versionen etwa von «Worried About You», von Jagger im Falsett gesungen und von Wood mit einem wunderschönen Solo verziert. Oder «Out Of Control», wo Jagger zur Mundharmonika greift und sich Richards und Wood mit ihren Gitarren duellieren. Bei «Midnight Rambler» mischt mit Mick Taylor ein ehemaliges Stones-Mitglied als dritter Gitarrist mit – ein komplett unterschätzter Saiten-Zauberer, dem allerdings jegliche Entertainer-Qualitäten abgehen und der deshalb nicht recht ins Ensemble passen will. An einem Abend wie diesem, wo unangefochten die Musik im Zentrum steht, passt das dennoch bestens.

Zu erwähnen ist ferner die funky Nummer «Miss You», wo Bassist Darryl Jones endlich etwas Freilauf erhält; er dankt es mit einem herrlichen Solo. Verstärkt solistisch wünschte man auch Lisa Fischer zu hören. Sie ergänzt Jagger auf der Bühne seit mittlerweile 25 Jahren. Stücke wie «Gimme Shelter» zeigen, wie unverzichtbar die Soulröhre für die Bühnenauftritte der Stones geworden ist.

Kein Wunsch bleibt unerfüllt

Zum Schluss veredelt der Chor der Zürcher Sing-Akademie das wunderschöne «You Can’t Always Get What You Want». Und bei der letzten Zugabe, dem mitreissenden «(I Can’t Get No) Satisfaction», steht das Stadion vollends Kopf. Zumal, entgegen diesen Song­titeln, wohl alle Wünsche des Publikums in Erfüllung gegangen sind. Ein Publikum, das – wenig erstaunlich – zum Grossteil aus älteren Semestern in T-Shirts mit dem berühmten Zungen-Logo besteht, und unter das sich nationale (zum Beispiel Marc Sway) wie internationale Prominenz (Tina Turner) gemischt hat.

48 000 sind es im Stadion, Hunderte weitere rund um den Letzigrund, der eine einzige friedliche Festmeile ist und wo man das Konzert akustisch tadellos mitverfolgen kann. Sie alle sind Zeugen geworden eines magischen Abends, an dem sich einmal mehr zeigt: Rock­musik ist keine Altersfrage. Im Gegenteil – je älter und gereifter, desto besser. Mögen sie – wenn die Chemie derart stimmt wie im Moment – noch ewig rollen, die Stones. Dieser Meinung waren auf der Heimfahrt mit dem Zug von Zürich Richtung Chur auch etliche Konzertbesucher aus der Südostschweiz. «U huere geil!» lautete der Tenor.

pdf Südostschweiz (03.06.2014)

Big Data – das grosse Geschäft

Hotspot der neusten Trends: Das Musikfestival Eurosonic Norderslaag. (Pressebild)

Hotspot der neusten Trends: Das Musikfestival Eurosonic Norderslaag. (Pressebild)

 

Musikfestivals werden immer mehr zu Technologiefestivals. Aktuell ist Big Data das ganz grosse Thema. Was bedeutet der Zugang zu riesigen Datenmengen für Unternehmen – und was für Konsumenten? Ein Bericht vom Eurosonic Norderslaag 2014 im niederländischen Groningen.

pdf Südostschweiz (11.03.2014)

Die Wiederauferstehung des Edwyn Collins

Behindert, aber voller Willenskraft: Edwyn Collins. (Bild Flickr)

Halbseitig gelähmt, aber voller Willenskraft: Der britische Musiker Edwyn Collins. (Bild Flickr)

 

Neues Jahr, neue Vorsätze? Wozu auch, wo wir sie doch immer wieder brechen? Die Arbeit an sich selbst muss, wenn schon, tiefer greifen. Wer sich ändern möchte, braucht Mut und Überzeugungen, auf die er sich verlassen kann. Dann ist fast alles möglich. Dies gilt auch für den schottischen Musiker Edwyn Collins, der mit Orange Juice und als Solokünstler Popgeschichte geschrieben hat, vor ein paar Jahren aber durch mehrere Hirnblutungen komplett ausser Gefecht gesetzt wurde. Dass er als halbseitig Gelähmter zurückkam, neue Alben veröffentlicht und sogar wieder live auftritt, ist das Resultat einer unglaublichen Willensleistung.

Dieser Text war Bestandteil eines Dossiers zum Thema «Sich werden».

pdf Südostschweiz 2 (30.12.2012)

Eine Band, die polarisiert, immer wieder – Radiohead

Immer mal wieder ein Thema in der «Südostschweiz»: die britische Band Radiohead.

Immer mal wieder ein Thema in der «Südostschweiz»: die britische Band Radiohead.

 

Die britische Band Radiohead sorgt regelmässig für Gesprächsstoff. Zum einen durch oft wegweisende Alben im Bereich Alternative-Rock. Zum andern aber auch durch neue Ansätze im Verkauf und in der Vermarktung ihrer Musik oder durch ungewöhnliche Auftrittsorte wie einem Steinbruch im Kanton Waadt. Die «Südostschweiz» hat die Band um Sänger Thom Yorke in den letzten Jahren eng verfolgt. Hier einige Beispiele.

pdf Südostschweiz (23.09.2012)

pdf Südostschweiz (24.02.2011)

pdf Südostschweiz (18.10.2007)

pdf Südostschweiz (24.06.2003)

Bitter-süsse Träume in der «Fabrikk»

Bei Karl's kühne Gassenschau kommt immer mal wieder was geflogen: Szene aus «Fabrikk». (Bild Bernhard Fuchs)

Bei Karl’s kühne Gassenschau kommt immer mal wieder was geflogen: Szene aus «Fabrikk». (Bild Bernhard Fuchs)

 

Die Globalisierung macht auch vor Karl’s kühne Gassenschau nicht Halt. «Fabrikk» heisst die aktuelle Produktion der Freilufttheatergruppe und erzählt, was alles passieren kann, wenn ein traditionsreiches Schokoladen-Unternehmen in den chinesischen Markt expandieren will. Nach vier erfolgreichen Spielsaisons in der Deutschschweiz zeigen die «Kühnen» das Stück 2015 in St-Triphon im Kanton Waadt auf Französisch.

pdf Südostschweiz (24.06.2011)

Und hier die Besprechung des Vorgängerstücks «Silo 8» – in den Augen des Verfassers eine der berührendsten Produktionen von Karl’s kühne Gassenschau.

pdf Südostschweiz (09.07.2006)