Streaming kannibalisiert Downloads

Im Hoch: Schallplatten sind wieder vermehrt gefragt, der Musikmarkt insgesamt ist weiter rückläufig. (Bild Carsten Jünger/Pixelio)

Im Hoch: Schallplatten sind wieder vermehrt gefragt, der Musikmarkt insgesamt ist weiter rückläufig. (Bild Carsten Jünger/Pixelio)

 

Plattenfirmen verlieren weiter an Umsatz – auch, weil das Download- Geschäft erstmals wieder zurückgeht.

Von Hans Bärtsch

Von 312 Millionen Franken im Jahr 2000 auf noch 84,8 Millionen im vergangenen Jahr – der Tonträgermarkt in der Schweiz (und weltweit) schrumpft kontinuierlich. Zum Vorjahr (2013) wars ein weiteres Minus von acht Prozent. Immerhin: Der Rückgang hat sich leicht verlangsamt, wie den neusten Zahlen des Branchenverbandes Ifpi zu entnehmen ist, der 30 Plattenfirmen vertritt.

Minus auch bei Downloads

Interessant ist, dass die rückläufige Tendenz nicht nur auf die Kappe der physischen Tonträger geht, sondern auch vor den Downloads nicht halt gemacht hat. Das legale Herunterladen von Musik aus dem Internet war in den letzten Jahren zu einem der Hoffnungsträger der Branche geworden – und damit soll es jetzt bereits wieder vorbei sein? Es sieht so aus. Anstelle der Downloads tritt nämlich immer mehr das Streaming; es gibt auch immer mehr Anbieter in diesem Bereich, die bekanntesten sind Spotify und Deezer, Google und Apple stehen in den Startlöchern.

Streaming, beflügelt durch die flächendeckende Verbreitung von Smartphones, kommt in der Schweiz inzwischen auf einen Anteil von 14 Prozent am gesamten Musikmarkt. Unterm Strich hat das Plus beim Streaming (+87 Prozent) das Minus bei den Downloads (–21 Prozent) umsatzmässig nicht zu egalisieren vermögen. Anders ausgedrückt: Diese beide Formate kannibalisieren sich – wer Musik streamt, braucht den Download nicht mehr. Die Ifpi spricht in ihrer Mitteilung von einem «Strukturwandel» im «äusserst dynamischen Digitalgeschäft».

Viel Schweizer Musik

Rund 27 Prozent ihrer Umsätze erzielten die Schweizer Musiklabels im Übrigen mit nationalen Künstlern. Gölä, Bligg und Beatrice Egli schafften es in die Top Ten der Schweizer Album-Hitparade, in den Top 100 waren insgesamt 23 Alben von Schweizer Interpreten vertreten. In den Aufbau nationaler Künstlerinnen und Künstler investierten die Plattenfirmen 2014 rund sechs Millionen Franken. Für Ifpi-Präsident Ivo Sacchi – er ist auch Geschäftsführer von Universal Music – sind die Musiklabels eine «unentbehrliche Stütze der Schweizer Musikszene».

pdf Südostschweiz (25.02.2015)

Advent: Das Geschäft mit den 24 Türchen

Die Adventskalender-Idee für Männer: ein Bier-Kalender.

Die Adventskalender-Idee für Männer: ein Bier-Kalender.

 

Adventskalender gibt es in allen Formen und mit allen möglichen Inhalten. Kein Verkaufsgeschäft, das es sich erlauben kann, in dieser umsatzträchtigsten Jahreszeit abseits zu stehen. Stationär oder online.

Von Hans Bärtsch

Zürich. – Nicht jede Adventskalender-Idee findet überall Gefallen. So stösst der Bier-Adventskalender von Grossverteiler Coop dem Blauen Kreuz sauer auf. Damit werde zum täglichen Saufen animiert, beklagte sich die Dachorganisation für Alkohol- und Suchtfragen gegenüber «20 Minuten». Coop selber findet die Boxen mit 24 unterschiedlichen Bieren ein «originelles Angebot», das sich an alle Bier-Liebhaber richte. Im Übrigen solle man nicht immer alles so bierernst nehmen. Mit seinem Bier-Adventskalender scheint Coop jedenfalls den Geschmack der Kund- schaft getroffen zu haben – in einzelnen Filialen sind die Boxen bereits ausverkauft.

Adventskalender mit Alkohol sind keine Neuerfindung von Coop; solche Angebote gibt es schon seit Jahren. Ob Amazon, Aldi oder der Weltbild-Verlag – die unterschiedlichsten Anbieter tummeln sich in diesem offenbar recht lukrativen Geschäftsfeld. Natürlich auch die Bierbrauer – beispielsweise Heineken – selber. Auf Websites wie Bier­adventskalender.net oder Adventskalenderportal.ch findet sich alles rund ums Thema. Dass Alkohol zu einem Renner unter den Advents­kalender-Angeboten geworden ist, zei­gen die zahlreichen Schnaps- und Weinkalender, die es inzwischen gibt.

Erinnerungen an die Kindheit

Es muss natürlich nicht immer Alkohol sein. Bei Migros stehe die ganze Familie im Zentrum, und es gebe fast nichts, was nicht in Form eines Adventskalenders verkauft werden könne, sagt Migros-Sprecherin Martina Bosshard. Ob Food- oder Nonfood-Artikel – das Angebot müsse einfach zum Unternehmen passen. Bosshard erklärt sich die Beliebtheit von Adventskalendern mit Erinnerungen an die Kindheit – auf die Vorfreude, jeden Tag wieder ein neues Türchen öffnen zu dürfen.

Generell ist die Weihnachts- natürlich die wichtigste Geschäftszeit des Jahres. Bei Migros (wie bei Coop) gibt es tägliche Aktionen. Migros, so Bosshard, investiere dazu viel im Bereich Kundenbindung. Ein Beispiel ist die Anleitung zum Basteln, etwa für einen eigenen Adventskalender. Auch das Gemeinsame steht bei Migros zuvorderst. «Feiern wir zusammen», heisst die Onlinevariante eines Heftes, das alle Weihnachtsaktionen des Grossverteilers zusammenfasst.

Immer mehr Onlineangebote

Doch zurück zu den Adventskalendern. Immer mehr Angebote finden sich im Internet in Form von Gewinnspielen. So locken etwa die Schweizer Jugendherbergen «mit täglichen tollen Preisen und Aktionen» auf ihre Website Youthhostel.ch – gestern gabs zum Beispiel eine Übernachtung in der «Jugi» St. Moritz zu gewinnen. Am Tag 9 des HCD-Adventskalenders kam ein Glücklicher oder eine Glückliche zu «einem Schal, der warm gibt und Freude macht». Der Hockeyclub Davos spricht mit seinem Kalender in erster Linie die Facebook-Fans an. Auch die SBB fahren auf dem Adventskalender-Zug mit. Auf der Kinderclub-Website Magicticket.ch können auf einem «Adventszug» und Mausklicks am richtigen Ort verschiedene Preise gewonnen werden.

Mit einem «täglichen Wissensquiz und nachhaltigen Geschenken» macht Öbu, ein Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften, auf einen Adventskalender der nochmals etwas andern Art aufmerksam, und dies bereits zum zehnten Mal. Anhand von «24 konkreten und innovativen Beispielen» können «verschiedene Facetten der nachhaltiger Entwicklung» entdeckt werden. Eine der schönsten Advents-Ideen ist aber immer noch jene der Migros: Über die Website http://www.i-am.ch lassen sich Kompliments-Kalender gestalten, mit denen man andere Menschen beglücken kann. «Öffnen Sie bis 24. Dezember täglich ein Türchen und lassen Sie sich von den lieben Worten durch Ihre Adventszeit tragen», wird dieser Kalender beworben. Und selbst hier lassen sich Preise gewinnen.

pdf Südostschweiz (10.12.2014)

pdf Sarganserländer (10.12.2014)

pdf St.Galler Tagblatt (11.12.2014, Seite 11)

PULS – das Bündner Wirtschaftsmagazin

Halbjährlich erscheint als Beilage zur «Schweiz am Sonntag» das Bündner Wirtschaftsmagazin PULS, herausgegeben von der Graubündner Kantonalbank, dem Amt für Wirtschaft und Tourismus Graubünden, dem Bündner Gewerbeverband, Hotelleriesuisse Graubünden, Handelskammer und Arbeitgeberverband Graubünden sowie der «Südostschweiz». Norbert Waser vom «Bündner Tagblatt» und Hans Bärtsch von der «Südostschweiz» sind für die redaktionelle Umsetzung zuständig. Ziel von PULS ist, der Leserschaft wirtschaftliche Zusammenhänge auf eingängige Art aufzuzeigen. Jede Ausgabe ist von einem Hauptthema geprägt. Die wirtschaftliche Bedeutung guter Verkehrsverbindungen ist der Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe von November 2014. Hier eine Auswahl PULS-Ausgaben der letzten Jahre.

PULS_November_2014

PULS_Juni_2014

PULS_November_2013

PULS_Juni_2013

PULS_November_2012

PULS_Juni_2012

PULS_Dezember_2011

PULS_Juni_2011

Sven Reinecke: «Coop ist Frische, Nähe, Familie, Naturaplan»

HSG-Professor und Markenexperte Sven Reinecke

HSG-Professor und Markenexperte Sven Reinecke

 

1914 wurde der Name Coop ins Markenregister eingetragen. Heute, 100 Jahre später, ist Coop eine der schweizweit bekanntesten Marken. HSG-Markenspezialist Sven Reinecke über die Stärken und Schwächen der Marke Coop.

Mit Sven Reinecke* sprach Hans Bärtsch

Herr Reinecke, die Marke Coop feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Wo ordnen Sie Coop in der Marken-Landschaft Schweiz ein?

Sven Reinecke: Coop ist eine der stärksten Marken in der Schweiz. Nicht unbedingt, was den finanziellen Wert anbelangt, da liegen Marken wie Nescafé, Roche oder Swatch weiter vorne. Aber bezüglich Bekanntheit, Vertrautheit und Relevanz ist Coop zu 99 Prozent bekannt – mehr geht gar nicht. Dazu kommt, dass über 90 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer zumindest gelegentlich im Coop einkaufen. Ferner ist die problemlose Erreichbarkeit von Filialen ein Pluspunkt. Bezüglich der Markenstärke in der Gesamtschweiz ist im Bereich Handel nur noch Mitbewerber Migros stärker als Coop.

Was assoziieren Sie spontan mit Coop?

Frische, Nähe, Familie, Naturaplan – und eine grosse Vielfalt an Markenprodukten, die im Coop angeboten wird.

Was macht die Stärke der Marke Coop aus?

Es sind die gerade genannten Begriffe. Die Herausforderung, welche Coop (wie auch Migros) sehr gut meistert, ist, dass es eine Marke für alle, sprich für breite Bevölkerungsschichten ist. Es gelingt nur den wenigsten Unternehmen, sich so zu positionieren. Der Uhrenhersteller Hublot beispielsweise oder der Energy-Drink-Produzent Red Bull haben es deutlich einfacher: Diese Marken wollen gar nicht allen gefallen – beide haben spezielle Zielgruppen im Visier. Bei den dominierenden Detailhändlern in der Schweiz ist das anders – und es gelingt ihnen tatsächlich, eine Marke für alle zu sein.

«Nicht langweilig werden»

Eine starke Marke für alle ist aber wohl kein Selbstläufer, da steckt harte Arbeit dahinter.

Das ist so. Im Fall von Coop muss zum Beispiel sorgsam austariert werden, welche Untermarken man führt, und wie eigenständig diese auftreten. Fust, Interdiscount, Betty Bossi, Marché treten mit der eigenen Marke auf, zum Teil aber auch unter dem Dach von Coop. Das ist durchaus sinnvoll. Aus den von Mövenpick übernommenen Marché- einfach Coop-Restaurants zu machen, wäre nicht sehr sinnvoll. Es würde die Eigenständigkeit der ebenfalls bekannten und tradi­tionsreichen Marke Marché verwischen. Zur Stärke von Coop gehören übrigens auch das prägnante, über die Jahre kontinuierlich gepflegte Logo sowie natürlich die Warenpräsentation im Laden.

100 Jahre Marke Coop – das ist viel Zeit für den Auf- und Ausbau der Marke? Lauern auch Gefahren bei so alten Marken?

Es geht bei einer Marke generell um zwei Aspekte: Zum einen darum, die Kontinuität zu wahren, zum andern um die stetige Erneuerung – darum, nicht stehen zu bleiben, nicht langweilig zu werden, nicht den Ruf des Verstaubten zu bekommen. Rivella ist dafür ein konkretes positives Beispiel: Es werden neue Geschmacksrichtungen entwickelt, damit lassen sich unter Umständen neue Kunden gewinnen. In jedem Fall hält Rivella seine Marke damit aktuell und im Gespräch – selbst wenn sich das eine oder andere neue Produkt vielleicht nicht im Markt durchsetzen sollte. Bei Coop sind es beispielsweise die Coop-Pronto-Standorte, mit denen sich das Unternehmen in letzter Zeit verjüngt hat.

Coop ist ja eine Genossenschaft. Spielt das bezüglich Markenführung überhaupt eine Rolle?

Bei Coop hat besonders der Zusammenschluss der regionalen Genossenschaften 2001 zum starken Auftritt von heute beigetragen. Genossenschaften haben einen grossen Vorteil – sie geben den Kunden das Gefühl: das Unternehmen gehört uns, wir sind Teil des Ganzen. Man sieht das auch am Beispiel der Mobiliar-Versicherung oder den Raiffeisenbanken – Genossenschaften zeichnet eine höhere Kundenbindung und -zufriedenheit aus. Sie sind lokal verbunden und in der Schweiz hervorgegangen. Coop wie auch Migros haften Begriffe wie Swissness und damit verbundene Attribute wie Bodenständigkeit, Qualität, heile Landschaft usw. automatisch an, andere müssen dafür kämpfen. Aldi und Lidl arbeiten stark an einem solch positiven Image. Die Schweiz ist das einzige Land, in dem Aldi Imagewerbung macht. Und Lidl hat sogar das Schweizer Kreuz ins Logo integriert.

«Bereich Social Media wird zu wenig gepflegt»

Zurück zur Genossenschaftsform …

… die nebst allen Vor- auch Nachteile haben kann. Genossenschaften, gerade im Bereich Handel, sind bodenständig – und werden somit häufig nicht als besonders aufregend ange­sehen. Auch sind die Entscheidungs­wege bei Genossenschaften mitunter etwas länger.

Was könnte Coop noch verbessern?

Coop pflegt für meinen Geschmack den Bereich Social Media zu wenig; viel weniger stark jedenfalls als der Hauptkonkurrent mit Migipedia. Dann hat Coop früher wegen eines Versprechens gegenüber der Kundschaft die via Supercard gesammelten Kundendaten lange nicht individuell ausgewertet. Das hielt ich von Anfang an für einen Fehler. Denn dass man als Detailhändler die Kundendaten zwar hat, aber in Sachen Kaufverhalten nicht auswertet, war für mich unverständlich. Alles in allem sind das aber Kleinigkeiten – Coop ist, wenn ich mich so ausdrücken darf, schon eine brutal starke Marke, die hervorragend geführt wird.

* Sven Reinecke ist Geschäftsführender Direktor des Instituts für Marketing an der Universität St. Gallen (HSG).

 

Blick in ein Coop-Schaufenster von anno dazumal

Blick in ein Coop-Schaufenster von anno dazumal

 

Am Anfang von Coop stand der «Schokoladenkrieg»

Die Entwicklung von den Konsumvereinen zu Coop ist nicht ganz freiwillig erfolgt. Einer der Auslöser war der «Schokoladenkrieg».

Von Hans Bärtsch

Basel. – Das Jubiläum «100 Jahre Coop Schweiz» konnte schon 1990 gefeiert werden, in diesem Jahr wurde die Marke Coop 100 – es war im März 1914, als Co-op ins Marken­register eingetragen wurde. Dies als Kennzeichnung für selbst hergestellte Produkte und als Symbol für die Zusammengehörigkeit der damaligen Konsumvereine, wie einer für Coop-interne Zwecke erstellten Schrift zu entnehmen ist.

In «seltener Einmütigkeit»

Ganz freiwillig ging der Zusammenschluss freilich nicht über die Bühne. Seinen wahren Grund hatte er in der Vereinigung der damals führenden Schokoladenproduzenten, die dem Handel seine Bedingungen aufzuzwingen versuchte. Die schweizerischen Konsumvereine widersetzten sich in «seltener Einmütigkeit und Geschlossenheit». Der «Schokoladenkrieg» führte dazu, dass die Konsumvereine nur noch Schokolade ausserhalb des Schokoladenproduzentenrings verkauften. In diesem Zusammenhang wurden die Marken Ringfrei und Coop für Schokoladen eingeführt.

Der Rest ist Geschichte. Coop löste die Konsumvereine ab, 1942 wurde die Einheitsfarbe Orange eingeführt, 1956 in Bern das erste Coop-Center eröffnet. Der Zusammenschluss der regionalen Coop-Genossenschaften zu einer Coop kennzeichnete 2001 den Schritt hin zum heutigen Unternehmen. Coop war nun die Dachmarke für zahlreiche Untermarken (von Bau+Hobby über die Vitality Apotheken bis zu den Convenience-Shops namens Pronto. Unter den Labels Naturplan, Oecoplan, Fine Food, Pro Montagna, Prix Garantie usw. finden sich heute klar positionierte Produkte in den Regalen. Mit der gerade aufgefrischten «Coop-Zeitung» erreicht das Unternehmen rund 3,5 Millionen Leserinnen und Leser. Auch der Onlineshop Coop@home erfreut sich immer grösserer Beliebtheit.

Auch in andern Ländern

Die Marke Coop, so ist der erwähnten Schrift weiter zu entnehmen, war Zeit ihres Bestehens Ausdruck für Zusammengehörigkeit. Die Abkürzung des französischen Begriffs Coopération bezeichnet ein genossenschaftlich organisiertes Unternehmen. Die Marke Coop ist im Übrigen kein schweizerisches Unikum – der Name ist in verschiedenen Ländern für Lebensmittelgeschäfte in Gebrauch, oftmals sogar mit sehr ähnlichem Logo. Einzigartig ist aber der hohe Stellenwert, den Coop in der Schweiz geniesst.

Zum 100-Jahr-Jubiläum der Marke Coop hat Coop elf Grundnahrungsmittel wie anno dazumal gekleidet. Diese Produkte in «nostalgischen» Verpackungen bleiben nach dem Motto «Es het solangs het» im Sortiment. Laut Coop-Sprecherin Nadja Ruch finden speziell der Zucker, die Hörnli und die Schokolade Anklang.

pdf Südostschweiz (07.10.2014)

Geld verdienen an seinen eigenen Daten

Sich selbst vermarkten und mit den eigenen Daten Geld verdienen! Dies fordert Hannes Grassegger in «Das Kapital bin ich». Das Buch regt auch zum Nachdenken an, inwieweit George Orwells «1984» inzwischen Realität geworden ist.

Von Hans Bärtsch

Immer mehr (Gratis-)Programme und Dienste im Internet erlauben den Nutzern, sich mit dem Facebook-Konto anzumelden. So weit, so bequem. Nicht nur für den Nutzer, sondern auch für das soziale Netzwerk. Denn auf diese Weise können Facebook, aber auch Google, Twitter, Linkedin, Insta­gram, Whats App usw. Unmengen von Daten sammeln. Und damit Unmengen von Geld machen.

Hannes Grassegger, ehemaliger Inlandredaktor bei der «Südostschweiz», kritisiert in seinem im Juli 2014 erschienenen Buch «Das Kapital bin ich» genau diesen Umstand – nämlich dass andere mit unseren eigenen Daten reich werden. Er spricht von einem «goldenen Datenmeer», das wir selber in grosser Naivität weiter äufnen. Letztlich seien nicht Geheimdienste wie der ameri­kanische NSA die «Bösen», die wahren Datenkraken seien Firmen wie Apple und Google.

Digitale Leibeigenschaft

Grassegger geht so weit, uns als «digitale Leibeigene» zu bezeichnen. Er vergleicht die heutigen Internetnutzer mit den besitz­losen Bauern im Mittelalter. Diese erhielten gratis Land und lieferten dafür einen Teil der Ernte ab. Die Scholle von heute seien Plattformen (Blogs, Chats usw.), die wir mit Inhalten füllen. Die Erträge – unsere Daten und damit letztlich unsere Gedanken und Gefühle – gingen samt und sonders an die Plattformbetreiber.

Das World Economic Forum (WEF) veröffentlicht regelmässig Studien zum Thema Personal Data. Gemäss neusten Schätzungen sollen die persönlichen Daten aller Europäer 2020 eine Billion Euro wert sein. Grassegger fordert in seinem äusserst lesenswerten Buch nicht weniger, als daran zu partizipieren. Jeder Europäer könnte pro Monat 250 Euro verdienen, wenn er seine Daten selber vermarkten würde. Erste Bestrebungen dazu, wie das gehen soll, gibt es. Grassegger rät vorerst einmal zur «künstlichen Verknappung unserer persönlichen Daten».

Freiwillig gewähltes «1984»

Die Lektüre von «Das Kapital bin ich» erinnert streckenweise an George Orwells «1984». In seinem Zukunftsroman zeichnete der britische Schriftsteller kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs das Bild eines totalitären Überwachungsstaates. Daraus etablierte sich der Begriff des «Big Brother», der in die letzten Geheimnisse jedes Menschen Einblick hat. Obwohl Orwells Intention eine ganz andere war, darf man sich tatsächlich fragen, ob die heutigen Social-Media-Datenströme nicht unser «1984» ist – fatalerweise ein freiwillig gewähltes.

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Hannes Grassegger: «Das Kapital bin ich – Schluss mit der digitalen Leibeigenschaft». Verlag Kein & Aber. 80 Seiten. 9.90 Franken.

pdf Südostschweiz (01.07.2014)

So lassen sich bei Google Löschanträge stellen

Weihnachtliches Google-Logo.

Weihnachtliches Google-Logo.

 

Der Europäische Gerichtshof in Strassburg fällt ein wegweisendes Urteil: Es gibt ein Recht auf Vergessen. Das heisst, Suchmaschinenbetreiber wie Google – vor allem er – muss sensible persönliche Informationen löschen. Was bedeutet das für den einfachen Internetnutzer? Die «Südostschweiz» beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema

pdf Südostschweiz (16.05.2014)

Die neuen Schweizer Banknoten – Verzögerungen ohne Ende

 

Die neue Schweizer Banknotenserie, gestaltet von Manuela Pfrunder - der Herausgabetermin steht noch immer in den Sternen. (Bild SNB)

Die neue Schweizer Banknotenserie, gestaltet von Manuela Pfrunder – der Herausgabetermin steht noch immer in den Sternen. (Bild SNB)

 

Die Firma Landqart AG in Landquart hat den Auftrag zur Herstellung der neuen Schweizer Banknotenserie erhalten. Dies teilte die kanadische Fortress Paper Ltd., die Muttergesellschaft der Landqart, Anfang Mai 2014 mit. Damit kommt Bewegung in eine von jahrelangen Verzögerungen geprägte Geschichte. Die Schweizerische Nationalbank musste den Herausgabetermin immer wieder verschieben. Zuletzt war von «frühestens 2015» die Rede. Ein exklusiver Beitrag der «Südostschweiz».

pdf Südostschweiz (02.05.2014)

pdf Südostschweiz (03.05.2014)

Keine Gnade für Steuersünder Uli Hoeness

Uli Hoeness war lange Zeit der „Mister Bayern München“. Bis er sich als Steuersünder outete, mit Bankkonten in der Schweiz. Jetzt sitzt er die Gefängnisstrafe ab, zu dem ihn ein Münchner Gericht im März 2014 verurteilt hat.

pdf Südostschweiz (12.03.2014)

pdf Südostschweiz (14.03.2014; Front)

pdf Südostschweiz (14.03.2014)

Big Data – das grosse Geschäft

Hotspot der neusten Trends: Das Musikfestival Eurosonic Norderslaag. (Pressebild)

Hotspot der neusten Trends: Das Musikfestival Eurosonic Norderslaag. (Pressebild)

 

Musikfestivals werden immer mehr zu Technologiefestivals. Aktuell ist Big Data das ganz grosse Thema. Was bedeutet der Zugang zu riesigen Datenmengen für Unternehmen – und was für Konsumenten? Ein Bericht vom Eurosonic Norderslaag 2014 im niederländischen Groningen.

pdf Südostschweiz (11.03.2014)

Hapimag wird 50 – und fühlt sich noch lange nicht überaltert

Zufrieden: Hapimag-Chefin Marisabel Spitz sieht ihr Unternehmen gut aufgestellt.

Zufrieden: Hapimag-Chefin Marisabel Spitz sieht ihr Unternehmen gut aufgestellt.

 

Gemeinsam investieren, individuell nutzen – das ist das Geschäftsmodell von Hapimag. Zum 50-Jahr-Jubiläum des Ferienwohnrechtanbieters wirft Hapimag-Chefin Marisabel Spitz einen Blick zurück und voraus.

pdf Südostschweiz (27.09.2013)