«Sie könnten heute mal wieder Sushi essen gehen»

«Enorme Möglichkeiten»: Swico-Präsident Andreas Knöpfli zu den Chancen für den Schweizer Handel durch die Digitalisierung. (Pressebild)

«Enorme Möglichkeiten»: Swico-Präsident Andreas Knöpfli zu den Chancen für den Schweizer Handel durch die Digitalisierung. (Pressebild)

 

Die Digitalisierung im Schweizer Handel schreitet mit grossen Schritten voran. Welches sind die Herausforderungen für die Anbieter? Und was kommt auf die Konsumenten zu? Eine Auslegeordnung des Branchenverbandes Handel Schweiz.

Von Hans Bärtsch

Stellen Sie sich vor, Sie gehen in ein Warenhaus und bekommen eine Mitteilung auf Ihr Smartphone. Mit der Nachricht werden Sie an ein Produkt erinnert, auf das Sie über die App des Warenhauses aufmerksam wurden. Da Sie schon mal im Laden stehen, sehen Sie sich das Produkt an und kaufen es eventuell. Oder aber: Sie ärgern sich beim Kleiderkauf oft darüber, dass die Grösse, die Sie benötigen, nicht verfügbar ist. Oder dass das gute Stück trotz «richtiger» Grösse schlicht nicht passt. Nun gibt es Bodyscanner, etwa an den Flughäfen der USA. Mit einem solchen Scan ist man auf den Millimeter ausgemessen. Was, wenn Sie diese Daten nun dazu verwenden könnten, eine massgeschneiderte Jeans zu ordern?

Wo wähle ich ein Opt-in?

Vor allem Zweitgenanntes ist zwar noch Zukunftsmusik. Aber die beiden Beispiele zeigen: Der Handel wird von der Digitalisierung immer stärker durchdrungen. Und fordert sowohl die Anbieter wie die Konsumenten heraus, wie sich an einem Medienanlass der Branchenverbandes Handel Schweiz zeigte. Laut Andreas Knöpfli, Präsident von Swico, dem Verband der Informations-, Kommunikations- und Organisationstechnik, besteht für den Handel die grösste Herausforderung darin, die Möglichkeiten optimal und effektiv, aber immer unter Einhaltung der Datenschutzregeln zu nutzen. Umgekehrt steht der Konsument vor der Entscheidung, wofür und für wen er seine Daten freigibt. Um es mit dem Fachbegriff zu sagen: Wo wähle ich ein Opt-in – gebe also explizit das Einverständnis, dass meine Daten genutzt werden dürfen?

In keinem Verhältnis zum Nutzen

Bisher waren Kundenkarten mehr oder weniger das höchste der Gefühle, wie der Detailhandel an Kundendaten herankam. Aber: Der Bewirtschaftungsaufwand steht für die Unternehmen in keinem Verhältnis zum Nutzen, wie Studien zeigen. Das hat auch massgeblich damit zu tun, dass Kundenkarten in Familien häufig geteilt werden – individuelles Einkaufsverhalten lässt sich deshalb aus den mit der Karte getätigten Einkäufen kaum ableiten.

 

Der Bearbeitungsaufwand bei Kundenkarten steht in keinem Verhältnis zum Nutzen für die Unternehmen.

 

Anders wird das nun durch neue, auf das Smartphone zugeschnittene Anwendungen. Das Smartphone wird in der Regel individuell genutzt, das Gerät gibt – je nach Einstellung – Standort und sogar Tätigkeit seines Nutzers bekannt. Vor dem Hintergrund, dass mobile Computer bezüglich Zugriff aufs Internet den Desktop-Computer soeben hinter sich gelassen haben und sich diese Tendenz fortsetzen wird, ergeben sich für den Handel «enorme Möglichkeiten», wie Knöpfli sagt.

Aber eben auch für den Konsumenten. Wiederum zwei Beispiele. Ich schlendere durch eine Ladenstrasse. Eine App macht mich darauf aufmerksam, dass ich heute mal wieder Sushi essen könnte. Ich bekomme einen Restaurant-Vorschlag in der Nähe – weil ich dieses Lokal wähle, erhalte ich mittels eines Codes, den ich inzwischen aufs Smartphone bekommen habe, erst noch eine Vergünstigung. Oder mir wird in einem Auto-Showroom auf interaktiven Bildschirmen jenes Modell in der richtigen Farbe und Ausstattung angezeigt, das ich mir zuvor schon via App des Herstellers angeschaut habe. «Verstärkung des Konsumerlebnisses», heisst das in der Fachsprache.

Mit einem Klick bestellt

Dass der Handel sich für die digitale Zukunft fit machen muss, zeigt auch ein anderer Umstand. Die grösste Konkurrenz eines stationären Ladens ist nicht das nächste Warenhaus oder Einkaufszentrum, sondern eine bekannte Persönlichkeit, die auf ihren Social-Media-Kanälen mit einem Kleid zu sehen ist, das den Followern gefällt und das diese auch haben wollen. Verrät die Persönlichkeit, wo sie das Kleid gekauft hat und gibt einen entsprechenden Kauftipp ab, kann das Kleid bei Twitter mit einem Klick auf den Button «One-Klick-Purchase» erstanden werden.

Traditionelle Läden haben also nur dann eine Chance gegen Anbieter wie Ebay und andere, wenn sie ebenfalls online präsent sind. Kaspar Engeli, Direktor von Handel Schweiz, drückt es pointiert aus: «Wer nicht online ist, ist bald off market. » Also weg vom Fenster. Engeli rät Schweizer Anbietern, ihre Internetportale und Produkte durch Mehrsprachigkeit vermehrt auf die Weltmärkte auszurichten. Nebst Englisch sollten vermehrt auch weit verbreitete Sprachen wie Spanisch, Portugiesisch, Chinesisch und Russisch verwendet werden.

pdf Südostschweiz (27.03.2015)

Die Migros Ostschweiz hat grosse Expansionspläne

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Erfolgsstory: Das Schnellverpflegungskonzept Chickeria ist eine Eigenerfindung der Migros Ostschweiz. (Pressebild)

 

Die Migros Ostschweiz, zu der auch das Filialnetz Graubünden gehört, hat ein gutes Jahr hinter sich. Und will in den kommenden Jahren im ganzen Wirtschaftsgebiet kräftig ausbauen.

Von Hans Bärtsch

Rekordergebnisse fast auf der ganzen Linie präsentierten die Verantwortlichen der Migros Ostschweiz gestern im sankt-gallischen Abtwil. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Umsatz 2014 um 1,5 Prozent auf 2,41 Milliarden Franken gesteigert werden, der Reingewinn legte um 2,8 Prozent auf 67,2 Millionen zu. Die Zuwächse haben in erster Linie mit dem Abschluss von Bauvorhaben beziehungsweise Expansionen zu tun, wie Geschäftsleiter Peter Diethelm an der Bilanzmedienkonferenz erläuterte.

Bio und «Aus der Region» boomt

Besonders erfreulich entwickelten sich bei der Migros Ostschweiz, die knapp 9300 Angestellte (rund 5900 Vollzeitstellen) zählt, die Bereiche Bioprodukte (+26 Prozent auf 112 Millionen Franken Umsatz) und «Aus der Region. Für die Region» (+6,7 Prozent auf 217 Millionen). Diethelm bezeichnete «Aus der Region» als «Erfolgsgeschichte sondergleichen». Die Kundschaft zeige grosses Vertrauen in das seit zwölf Jahren laufende Programm. Überdies würden rund 3500 Bauernfamilien, Produzenten und Lieferanten aus dem ganzen Wirtschaftsgebiet der Migros Ostschweiz direkt davon profitieren.

 

Die Migros Ostschweiz investiert in diesem Jahr allein in die Standorte Davos (Symond-Park) rund 9,5 Millionen Franken. Für den Neubau in Domat/Ems sind es 3,2 Millionen. Bereits realisiert ist die Optimierung des Calandaparks in Chur.

 

Hauptumsatzbringer blieben die Supermärkte, mit denen im vergangenen Jahr ein Plus von 1,7 Prozent auf 1,87 Milliarden Franken erzielt wurde. Besonders erfolgreich entwickelte sich eine ureigene Erfindung der Migros Ostschweiz – das Schnellverpflegungsformat Chickeria. Eine der ersten Filialen wurde 2014 in Chur-Masans in Betrieb genommen, weitere sollen folgen. Darunter im zürcherischen Hinwil auch ein erstes Drive-in.

Grosse Investitionssummen

Nicht nur bei den Chickeria-Filialen, sondern in allen Bereichen hat die Migros Ostschweiz Grosses vor. Diethelm sprach von «aktiven Expansionen» im ganzen Wirtschaftsgebiet, welches die Kantone Graubünden, St. Gallen, beide Appenzell, Thurgau, Schaffhausen, Teile des Kantons Zürich und das Fürstentum Liechtenstein umfasst. Nach 173 Millionen 2014 dürfte im laufenden Geschäftsjahr wiederum etwa gleich viel investiert werden – notabene aus dem eigenen Cashflow. Grossprojekte stehen unter anderem in Davos und in Domat/Ems vor dem Abschluss. Mit der Expansionsoffensive erhofft sich die Geschäftsleitung auch, Bewegung in stockende Projekte zu bringen – so ist das Engadin für die Migros noch immer praktisch Brachland. Zusammengefasst will die Genossenschaft Migros Ostschweiz ihre Position im Detailhandel, in der Gastronomie und im Freizeitbereich weiter ausbauen. Im Zuge dieser Aktivitäten sollen auch zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Konkurrenz und Franken

So erfreulich sich das Geschäftsjahr 2014 auch ausnimmt, ganz ohne Sorgen ist die Migros Ostschweiz nicht. Stichwort ist der 15.Januar 2015 – der Tag, an dem die Schweizerische Nationalbank den Euro/Franken-Kurs aufhob. Die grenznahen Filialen haben seither im Vergleich zu den übrigen Filialen zwei bis drei Prozent an Umsatz eingebüsst. Wie Geschäftsleiter Diethelm zudem ausführte, sei im gesamten Schweizer Detailhandel mit einem zunehmenden Konkurenzdruck zu rechnen.

Stolz ist die Migros Ostschweiz auf die grosse Zahl junger Leute, die bei ihr einen von 23 möglichen Berufen erlernen. Seit Jahren sind es gut 500 Lernende – ein «wichtiges Fundament für unser Unternehmen», wie es René Frei, Leiter Direktion Personelles, ausdrückte. Und ebenfalls stolz ist man auf die Mindest- beziehungsweise Richtlöhne, die «über den Forderungen der Gewerkschaften liegen». Erwähnung fand auch das Migros Kulturprozent: 10,5 Millionen Franken schüttete die Migros Ostschweiz im vergangenen Jahr in den Bereichen Kultur, Soziales, Bildung, Freizeit, Sport und Wirtschaftspolitik aus.

pdf Südostschweiz (19.03.2015)

Artikel zur Migros Ostschweiz aus den Vorjahren:

pdf Süedostschweiz (20.03.2012)

pdf Süedostschweiz (02.03.2011)

pdf Süedostschweiz (18.03.2009)

pdf Süedostschweiz (12.03.2008)

60 bis 80 neue Produkte – weil es die Konsumenten wünschen

Eines der grössten Erfolgsprodukte von Lindt & Sprüngli: die Goldhasen. (Pressebild)

Eines der grössten Erfolgsprodukte von Lindt & Sprüngli: die Goldhasen. (Pressebild)

 

Der Erfolg des Schokoladekonzerns Lindt & Sprüngli erklärt sich unter anderem mit laufenden Innovationen. Schweiz-Chef Kamillo Kitzmantel erklärt, was es damit auf sich hat.

Von Hans Bärtsch

Schoggi-Job ist wohl der falsche Ausdruck. Obwohl alles, was die Entwickler von neuen Produkten am Sitz des Traditionsunternehmens Lindt & Sprüngli im zürcherischen Kilchberg umtreibt, mit Schokolade zu tun hat. Aber das Ertüfteln von neuen Geschmacksrichtungen ist Knochenarbeit. 60 bis 80 Produkte kommen jedes Jahr neu ins Sortiment. «Die Kon- sumenten sind offen dafür und erwarten das auch», sagt Kamillo Kitzmantel, Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung.

Manchmal ist es auch bloss die Verpackung, die geändert wird. Auslöser sind mitunter saisonale Ereignisse wie Ostern, Weihnachten oder der Valentinstag, an denen Lindt & Sprüngli, der führende Schweizer Markenschoggi-Hersteller, besonders auftrumpft. Dieses Jahr beispielsweise sind es nicht nur die klassischen Goldhasen, die in den Regalen der Verkaufsläden stehen, sondern mit sogenannten Animal-Prints modisch aufgepeppte Hasen. Warum gerade Tiermuster? Weil die im Moment angesagt sind, etwa im Bereich Textilien oder Handtaschen.

Limetten und Meersalz

Bei der Excellence-Reihe verweist Kitzmantel auf die Tafel namens Lime Intense – eine Kombination aus dunkler Schokolade und fruchtig-säuerlichen Limetten-Stücken. Ein anderes Beispiel ist die Beimischung von Meersalz; das Resultat nennt sich ganz poetisch A la pointe de Fleur de Sel.

Ob Osterhasen, Tafelschokoladen, Pralinés oder Lindor-Kugeln, Kitzmantel weiss reihenweise Müsterchen zu erzählen, wie Produkte verfeinert, erneuert oder komplett neu erfunden wurden. Dabei wird nicht nach dem Prinzip «try and error» verfahren, wie es in der Unternehmenswelt manchmal angewendet wird. Also ein Produkt zu lancieren und dann die Konsumenten entscheiden zu lassen, ob es ihnen gefällt. Bei Lindt & Sprüngli wird vielmehr akribisch an einer neuen Geschmacksrichtung getüftelt und Hunderten von Testpersonen zum Versuchen gegeben. Falls nötig, wird nachgebessert, bis eine neue Schokolade kreiert ist, die von Schweiz-Chef Kitzmantel und seinen Fachleuten für den Verkauf für gut befunden wird.

Aufwendige Marktanalysen

Die Kadenz an Neulancierungen ist mit gut einer pro Woche hoch. «An- spruchsvoll», nennt Kitzmantel das unablässige Innovativ-sein-Müssen. Und das immer auf dem höchsten Qualitätsniveau. Die Früchte der Anstrengungen: Die Produkte von Lindt & Sprüngli kommen derart reif auf den Markt, dass nur selten eines wieder aus dem Sortiment genommen werden muss. Was im Übrigen nicht nur an den Produkten selber liegt, sondern auch an vorgängigen ausführlichen Markt-, Konsum- und Trendanalysen. Und letztlich einem ausgeklügelten Marketing – dem A und O, um ein neues Produkt erfolgreich auf den Markt zu bringen und dort zu etablieren.

Auf der ganzen Welt beliebt: die Lindor-Kugeln von Lindt & Sprüngli. (Pressebild)

Auf der ganzen Welt beliebt: die Lindor-Kugeln von Lindt & Sprüngli. (Pressebild)

 

Verschiedene Geschmäcker

Lindt & Sprüngli ist ein global tätiger Hersteller von Premium-Schokolade. Sprechen die Konsumenten in allen Weltregionen auf die gleichen Schoggi- Geschmacksrichtungen an? Kitzmantel verneint – weshalb es überaus wichtig sei, neue Produkte nicht nur zentral in Kilchberg, sondern auch in den regionalen Märkten selber zu entwickeln. Dasselbe gelte für die Verpackungen und Darbietungsformen. Kitzmantel erwähnt das Beispiel der traditionel- len grossen Schoggi-Eier mit einer Überraschung drin, die sich in Italien zu Ostern grosser Beliebtheit erfreuen – ausschliesslich in Italien, in keinem andern Land sind diese laut Kitzmantel so typisch.

Kulturell-kulinarisch gibt es erstaunliche Unterschiede, teils auf kleinstem Raum. So ist in der Deutschschweiz Milchschokolade beliebter als die dunkle, wogegen der Geschmack in der Romandie eher zur dunklen Schoggi geht. Richtung Frankreich verstärkt sich dieser Trend – dort ist dunkle bis sehr dunkle Schoggi die beliebteste. Pauschal lässt sich für Europa sagen: Je wärmer (südlicher), desto mehr werden herbe Geschmacksrichtungen bevorzugt. Erstaunliches ist auch in Deutschland zu beobachten – hoch im Norden verläuft ein eigentlicher Marzipan-Graben. Oberhalb dieser Grenze finden Marzipan-Produkte Anklang, südlich davon deutlich weniger. Und in Ländern wie Italien ist Marzipanschokolade überhaupt nicht gefragt.

Neue Zielgruppen

Nebst neuen Produkten und Verpackungen setzt Lindt & Sprüngli auch darauf, sich immer wieder neue Zielgruppen zu erschliessen. Das sei etwa mit den trendigen Hello-Tafeln und -Stängeln sowie dem Motto «nice to sweet you» gelungen, erläutert Kitzmantel. Erstmals habe man dabei auf die englische Sprache gesetzt, um ein junges, urbanes Publikum anzuspre- chen.

Ein neues Publikum dürfte Lindt & Sprüngli auch mit neuen Geschmacksrichtungen bei den traditionellen Lindor-Kugeln finden, darunter Kokosnuss, Mandel und Cappuccino. Damit will man dem erfolgreichsten Produkt des Unternehmens – das Rezept stammt aus den Vierzigerjahren, die Kugelform gibt es seit 1967 – neuen Schub verleihen. Interessanterweise findet die klassische rote Lindor-Kugel auf der ganzen Welt Anklang.

 

«Die wichtigste Akquisition»

 

Lindt & Sprüngli ist es gelungen, auch 2014 kräftig zu wachsen. Um 17,4 Prozent kletterte der Umsatz auf 3,385 Milliarden Franken. Rund zur Hälfte hat dieser Umsatzsprung mit dem Zukauf der US-Traditionsmarke Russel Stover zu tun. «Die wichtigste Akquisiton der Firmengeschichte», wie es Firmenchef Ernst Tanner nennt. Damit sei man nun die Nummer 3 in Nordamerika, dem weltweit grössten Schokolademarkt. Auch ohne Russel Stover wäre der Umsatz kräftig gestiegen – das organische Wachstum belief sich auf 9,8 Prozent. Unter dem Strich zeigt Lindt & Sprüngli fürs vergangene Jahr einen Reingewinn von 342,6 Millionen Franken (+13,1 Prozent). Auch dies ein neuer Rekordwert.

Beim eigenen Verkaufsnetz von derzeit 275 Läden sieht Lindt & Sprüngli im Übrigen «immenses Potenzial». Zumal der Detailhandel diese Entwicklung laut Tanner überhaupt nicht kritisch sieht – im Gegenteil. Die beiden Verkaufskanäle würden sich gegenseitig befruchten. Die ganze Produktevielfalt zu präsentieren, sei aber nun mal nur in eigenen Läden möglich.

Wie stark Lindt & Sprüngli unterwegs ist, zeigen auch die neusten Zahlen von Chocosuisse, der Vereinigung der wichtigsten Schweizer Schokoladehersteller. Mit einer um knapp 4900 Tonnen auf 183’738 Tonnen gesteigerten Verkaufsmenge konnte der Branchenumsatz 2014 um 2,7 Prozent auf 1,728 Milliarden Franken gesteigert werden. Lindt & Sprüngli allein legte in der Schweiz um 6,8 Prozent zu. (hb)

pdf Südostschweiz (13.03.2015)

Streaming kannibalisiert Downloads

Im Hoch: Schallplatten sind wieder vermehrt gefragt, der Musikmarkt insgesamt ist weiter rückläufig. (Bild Carsten Jünger/Pixelio)

Im Hoch: Schallplatten sind wieder vermehrt gefragt, der Musikmarkt insgesamt ist weiter rückläufig. (Bild Carsten Jünger/Pixelio)

 

Plattenfirmen verlieren weiter an Umsatz – auch, weil das Download- Geschäft erstmals wieder zurückgeht.

Von Hans Bärtsch

Von 312 Millionen Franken im Jahr 2000 auf noch 84,8 Millionen im vergangenen Jahr – der Tonträgermarkt in der Schweiz (und weltweit) schrumpft kontinuierlich. Zum Vorjahr (2013) wars ein weiteres Minus von acht Prozent. Immerhin: Der Rückgang hat sich leicht verlangsamt, wie den neusten Zahlen des Branchenverbandes Ifpi zu entnehmen ist, der 30 Plattenfirmen vertritt.

Minus auch bei Downloads

Interessant ist, dass die rückläufige Tendenz nicht nur auf die Kappe der physischen Tonträger geht, sondern auch vor den Downloads nicht halt gemacht hat. Das legale Herunterladen von Musik aus dem Internet war in den letzten Jahren zu einem der Hoffnungsträger der Branche geworden – und damit soll es jetzt bereits wieder vorbei sein? Es sieht so aus. Anstelle der Downloads tritt nämlich immer mehr das Streaming; es gibt auch immer mehr Anbieter in diesem Bereich, die bekanntesten sind Spotify und Deezer, Google und Apple stehen in den Startlöchern.

Streaming, beflügelt durch die flächendeckende Verbreitung von Smartphones, kommt in der Schweiz inzwischen auf einen Anteil von 14 Prozent am gesamten Musikmarkt. Unterm Strich hat das Plus beim Streaming (+87 Prozent) das Minus bei den Downloads (–21 Prozent) umsatzmässig nicht zu egalisieren vermögen. Anders ausgedrückt: Diese beide Formate kannibalisieren sich – wer Musik streamt, braucht den Download nicht mehr. Die Ifpi spricht in ihrer Mitteilung von einem «Strukturwandel» im «äusserst dynamischen Digitalgeschäft».

Viel Schweizer Musik

Rund 27 Prozent ihrer Umsätze erzielten die Schweizer Musiklabels im Übrigen mit nationalen Künstlern. Gölä, Bligg und Beatrice Egli schafften es in die Top Ten der Schweizer Album-Hitparade, in den Top 100 waren insgesamt 23 Alben von Schweizer Interpreten vertreten. In den Aufbau nationaler Künstlerinnen und Künstler investierten die Plattenfirmen 2014 rund sechs Millionen Franken. Für Ifpi-Präsident Ivo Sacchi – er ist auch Geschäftsführer von Universal Music – sind die Musiklabels eine «unentbehrliche Stütze der Schweizer Musikszene».

pdf Südostschweiz (25.02.2015)

Advent: Das Geschäft mit den 24 Türchen

Die Adventskalender-Idee für Männer: ein Bier-Kalender.

Die Adventskalender-Idee für Männer: ein Bier-Kalender.

 

Adventskalender gibt es in allen Formen und mit allen möglichen Inhalten. Kein Verkaufsgeschäft, das es sich erlauben kann, in dieser umsatzträchtigsten Jahreszeit abseits zu stehen. Stationär oder online.

Von Hans Bärtsch

Zürich. – Nicht jede Adventskalender-Idee findet überall Gefallen. So stösst der Bier-Adventskalender von Grossverteiler Coop dem Blauen Kreuz sauer auf. Damit werde zum täglichen Saufen animiert, beklagte sich die Dachorganisation für Alkohol- und Suchtfragen gegenüber «20 Minuten». Coop selber findet die Boxen mit 24 unterschiedlichen Bieren ein «originelles Angebot», das sich an alle Bier-Liebhaber richte. Im Übrigen solle man nicht immer alles so bierernst nehmen. Mit seinem Bier-Adventskalender scheint Coop jedenfalls den Geschmack der Kund- schaft getroffen zu haben – in einzelnen Filialen sind die Boxen bereits ausverkauft.

Adventskalender mit Alkohol sind keine Neuerfindung von Coop; solche Angebote gibt es schon seit Jahren. Ob Amazon, Aldi oder der Weltbild-Verlag – die unterschiedlichsten Anbieter tummeln sich in diesem offenbar recht lukrativen Geschäftsfeld. Natürlich auch die Bierbrauer – beispielsweise Heineken – selber. Auf Websites wie Bier­adventskalender.net oder Adventskalenderportal.ch findet sich alles rund ums Thema. Dass Alkohol zu einem Renner unter den Advents­kalender-Angeboten geworden ist, zei­gen die zahlreichen Schnaps- und Weinkalender, die es inzwischen gibt.

Erinnerungen an die Kindheit

Es muss natürlich nicht immer Alkohol sein. Bei Migros stehe die ganze Familie im Zentrum, und es gebe fast nichts, was nicht in Form eines Adventskalenders verkauft werden könne, sagt Migros-Sprecherin Martina Bosshard. Ob Food- oder Nonfood-Artikel – das Angebot müsse einfach zum Unternehmen passen. Bosshard erklärt sich die Beliebtheit von Adventskalendern mit Erinnerungen an die Kindheit – auf die Vorfreude, jeden Tag wieder ein neues Türchen öffnen zu dürfen.

Generell ist die Weihnachts- natürlich die wichtigste Geschäftszeit des Jahres. Bei Migros (wie bei Coop) gibt es tägliche Aktionen. Migros, so Bosshard, investiere dazu viel im Bereich Kundenbindung. Ein Beispiel ist die Anleitung zum Basteln, etwa für einen eigenen Adventskalender. Auch das Gemeinsame steht bei Migros zuvorderst. «Feiern wir zusammen», heisst die Onlinevariante eines Heftes, das alle Weihnachtsaktionen des Grossverteilers zusammenfasst.

Immer mehr Onlineangebote

Doch zurück zu den Adventskalendern. Immer mehr Angebote finden sich im Internet in Form von Gewinnspielen. So locken etwa die Schweizer Jugendherbergen «mit täglichen tollen Preisen und Aktionen» auf ihre Website Youthhostel.ch – gestern gabs zum Beispiel eine Übernachtung in der «Jugi» St. Moritz zu gewinnen. Am Tag 9 des HCD-Adventskalenders kam ein Glücklicher oder eine Glückliche zu «einem Schal, der warm gibt und Freude macht». Der Hockeyclub Davos spricht mit seinem Kalender in erster Linie die Facebook-Fans an. Auch die SBB fahren auf dem Adventskalender-Zug mit. Auf der Kinderclub-Website Magicticket.ch können auf einem «Adventszug» und Mausklicks am richtigen Ort verschiedene Preise gewonnen werden.

Mit einem «täglichen Wissensquiz und nachhaltigen Geschenken» macht Öbu, ein Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften, auf einen Adventskalender der nochmals etwas andern Art aufmerksam, und dies bereits zum zehnten Mal. Anhand von «24 konkreten und innovativen Beispielen» können «verschiedene Facetten der nachhaltiger Entwicklung» entdeckt werden. Eine der schönsten Advents-Ideen ist aber immer noch jene der Migros: Über die Website http://www.i-am.ch lassen sich Kompliments-Kalender gestalten, mit denen man andere Menschen beglücken kann. «Öffnen Sie bis 24. Dezember täglich ein Türchen und lassen Sie sich von den lieben Worten durch Ihre Adventszeit tragen», wird dieser Kalender beworben. Und selbst hier lassen sich Preise gewinnen.

pdf Südostschweiz (10.12.2014)

pdf Sarganserländer (10.12.2014)

pdf St.Galler Tagblatt (11.12.2014, Seite 11)

PULS – das Bündner Wirtschaftsmagazin

Halbjährlich erscheint als Beilage zur «Schweiz am Sonntag» das Bündner Wirtschaftsmagazin PULS, herausgegeben von der Graubündner Kantonalbank, dem Amt für Wirtschaft und Tourismus Graubünden, dem Bündner Gewerbeverband, Hotelleriesuisse Graubünden, Handelskammer und Arbeitgeberverband Graubünden sowie der «Südostschweiz». Norbert Waser vom «Bündner Tagblatt» und Hans Bärtsch von der «Südostschweiz» sind für die redaktionelle Umsetzung zuständig. Ziel von PULS ist, der Leserschaft wirtschaftliche Zusammenhänge auf eingängige Art aufzuzeigen. Jede Ausgabe ist von einem Hauptthema geprägt. Die wirtschaftliche Bedeutung guter Verkehrsverbindungen ist der Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe von November 2014. Hier eine Auswahl PULS-Ausgaben der letzten Jahre.

PULS_November_2014

PULS_Juni_2014

PULS_November_2013

PULS_Juni_2013

PULS_November_2012

PULS_Juni_2012

PULS_Dezember_2011

PULS_Juni_2011

Sven Reinecke: «Coop ist Frische, Nähe, Familie, Naturaplan»

HSG-Professor und Markenexperte Sven Reinecke

HSG-Professor und Markenexperte Sven Reinecke

 

1914 wurde der Name Coop ins Markenregister eingetragen. Heute, 100 Jahre später, ist Coop eine der schweizweit bekanntesten Marken. HSG-Markenspezialist Sven Reinecke über die Stärken und Schwächen der Marke Coop.

Mit Sven Reinecke* sprach Hans Bärtsch

Herr Reinecke, die Marke Coop feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Wo ordnen Sie Coop in der Marken-Landschaft Schweiz ein?

Sven Reinecke: Coop ist eine der stärksten Marken in der Schweiz. Nicht unbedingt, was den finanziellen Wert anbelangt, da liegen Marken wie Nescafé, Roche oder Swatch weiter vorne. Aber bezüglich Bekanntheit, Vertrautheit und Relevanz ist Coop zu 99 Prozent bekannt – mehr geht gar nicht. Dazu kommt, dass über 90 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer zumindest gelegentlich im Coop einkaufen. Ferner ist die problemlose Erreichbarkeit von Filialen ein Pluspunkt. Bezüglich der Markenstärke in der Gesamtschweiz ist im Bereich Handel nur noch Mitbewerber Migros stärker als Coop.

Was assoziieren Sie spontan mit Coop?

Frische, Nähe, Familie, Naturaplan – und eine grosse Vielfalt an Markenprodukten, die im Coop angeboten wird.

Was macht die Stärke der Marke Coop aus?

Es sind die gerade genannten Begriffe. Die Herausforderung, welche Coop (wie auch Migros) sehr gut meistert, ist, dass es eine Marke für alle, sprich für breite Bevölkerungsschichten ist. Es gelingt nur den wenigsten Unternehmen, sich so zu positionieren. Der Uhrenhersteller Hublot beispielsweise oder der Energy-Drink-Produzent Red Bull haben es deutlich einfacher: Diese Marken wollen gar nicht allen gefallen – beide haben spezielle Zielgruppen im Visier. Bei den dominierenden Detailhändlern in der Schweiz ist das anders – und es gelingt ihnen tatsächlich, eine Marke für alle zu sein.

«Nicht langweilig werden»

Eine starke Marke für alle ist aber wohl kein Selbstläufer, da steckt harte Arbeit dahinter.

Das ist so. Im Fall von Coop muss zum Beispiel sorgsam austariert werden, welche Untermarken man führt, und wie eigenständig diese auftreten. Fust, Interdiscount, Betty Bossi, Marché treten mit der eigenen Marke auf, zum Teil aber auch unter dem Dach von Coop. Das ist durchaus sinnvoll. Aus den von Mövenpick übernommenen Marché- einfach Coop-Restaurants zu machen, wäre nicht sehr sinnvoll. Es würde die Eigenständigkeit der ebenfalls bekannten und tradi­tionsreichen Marke Marché verwischen. Zur Stärke von Coop gehören übrigens auch das prägnante, über die Jahre kontinuierlich gepflegte Logo sowie natürlich die Warenpräsentation im Laden.

100 Jahre Marke Coop – das ist viel Zeit für den Auf- und Ausbau der Marke? Lauern auch Gefahren bei so alten Marken?

Es geht bei einer Marke generell um zwei Aspekte: Zum einen darum, die Kontinuität zu wahren, zum andern um die stetige Erneuerung – darum, nicht stehen zu bleiben, nicht langweilig zu werden, nicht den Ruf des Verstaubten zu bekommen. Rivella ist dafür ein konkretes positives Beispiel: Es werden neue Geschmacksrichtungen entwickelt, damit lassen sich unter Umständen neue Kunden gewinnen. In jedem Fall hält Rivella seine Marke damit aktuell und im Gespräch – selbst wenn sich das eine oder andere neue Produkt vielleicht nicht im Markt durchsetzen sollte. Bei Coop sind es beispielsweise die Coop-Pronto-Standorte, mit denen sich das Unternehmen in letzter Zeit verjüngt hat.

Coop ist ja eine Genossenschaft. Spielt das bezüglich Markenführung überhaupt eine Rolle?

Bei Coop hat besonders der Zusammenschluss der regionalen Genossenschaften 2001 zum starken Auftritt von heute beigetragen. Genossenschaften haben einen grossen Vorteil – sie geben den Kunden das Gefühl: das Unternehmen gehört uns, wir sind Teil des Ganzen. Man sieht das auch am Beispiel der Mobiliar-Versicherung oder den Raiffeisenbanken – Genossenschaften zeichnet eine höhere Kundenbindung und -zufriedenheit aus. Sie sind lokal verbunden und in der Schweiz hervorgegangen. Coop wie auch Migros haften Begriffe wie Swissness und damit verbundene Attribute wie Bodenständigkeit, Qualität, heile Landschaft usw. automatisch an, andere müssen dafür kämpfen. Aldi und Lidl arbeiten stark an einem solch positiven Image. Die Schweiz ist das einzige Land, in dem Aldi Imagewerbung macht. Und Lidl hat sogar das Schweizer Kreuz ins Logo integriert.

«Bereich Social Media wird zu wenig gepflegt»

Zurück zur Genossenschaftsform …

… die nebst allen Vor- auch Nachteile haben kann. Genossenschaften, gerade im Bereich Handel, sind bodenständig – und werden somit häufig nicht als besonders aufregend ange­sehen. Auch sind die Entscheidungs­wege bei Genossenschaften mitunter etwas länger.

Was könnte Coop noch verbessern?

Coop pflegt für meinen Geschmack den Bereich Social Media zu wenig; viel weniger stark jedenfalls als der Hauptkonkurrent mit Migipedia. Dann hat Coop früher wegen eines Versprechens gegenüber der Kundschaft die via Supercard gesammelten Kundendaten lange nicht individuell ausgewertet. Das hielt ich von Anfang an für einen Fehler. Denn dass man als Detailhändler die Kundendaten zwar hat, aber in Sachen Kaufverhalten nicht auswertet, war für mich unverständlich. Alles in allem sind das aber Kleinigkeiten – Coop ist, wenn ich mich so ausdrücken darf, schon eine brutal starke Marke, die hervorragend geführt wird.

* Sven Reinecke ist Geschäftsführender Direktor des Instituts für Marketing an der Universität St. Gallen (HSG).

 

Blick in ein Coop-Schaufenster von anno dazumal

Blick in ein Coop-Schaufenster von anno dazumal

 

Am Anfang von Coop stand der «Schokoladenkrieg»

Die Entwicklung von den Konsumvereinen zu Coop ist nicht ganz freiwillig erfolgt. Einer der Auslöser war der «Schokoladenkrieg».

Von Hans Bärtsch

Basel. – Das Jubiläum «100 Jahre Coop Schweiz» konnte schon 1990 gefeiert werden, in diesem Jahr wurde die Marke Coop 100 – es war im März 1914, als Co-op ins Marken­register eingetragen wurde. Dies als Kennzeichnung für selbst hergestellte Produkte und als Symbol für die Zusammengehörigkeit der damaligen Konsumvereine, wie einer für Coop-interne Zwecke erstellten Schrift zu entnehmen ist.

In «seltener Einmütigkeit»

Ganz freiwillig ging der Zusammenschluss freilich nicht über die Bühne. Seinen wahren Grund hatte er in der Vereinigung der damals führenden Schokoladenproduzenten, die dem Handel seine Bedingungen aufzuzwingen versuchte. Die schweizerischen Konsumvereine widersetzten sich in «seltener Einmütigkeit und Geschlossenheit». Der «Schokoladenkrieg» führte dazu, dass die Konsumvereine nur noch Schokolade ausserhalb des Schokoladenproduzentenrings verkauften. In diesem Zusammenhang wurden die Marken Ringfrei und Coop für Schokoladen eingeführt.

Der Rest ist Geschichte. Coop löste die Konsumvereine ab, 1942 wurde die Einheitsfarbe Orange eingeführt, 1956 in Bern das erste Coop-Center eröffnet. Der Zusammenschluss der regionalen Coop-Genossenschaften zu einer Coop kennzeichnete 2001 den Schritt hin zum heutigen Unternehmen. Coop war nun die Dachmarke für zahlreiche Untermarken (von Bau+Hobby über die Vitality Apotheken bis zu den Convenience-Shops namens Pronto. Unter den Labels Naturplan, Oecoplan, Fine Food, Pro Montagna, Prix Garantie usw. finden sich heute klar positionierte Produkte in den Regalen. Mit der gerade aufgefrischten «Coop-Zeitung» erreicht das Unternehmen rund 3,5 Millionen Leserinnen und Leser. Auch der Onlineshop Coop@home erfreut sich immer grösserer Beliebtheit.

Auch in andern Ländern

Die Marke Coop, so ist der erwähnten Schrift weiter zu entnehmen, war Zeit ihres Bestehens Ausdruck für Zusammengehörigkeit. Die Abkürzung des französischen Begriffs Coopération bezeichnet ein genossenschaftlich organisiertes Unternehmen. Die Marke Coop ist im Übrigen kein schweizerisches Unikum – der Name ist in verschiedenen Ländern für Lebensmittelgeschäfte in Gebrauch, oftmals sogar mit sehr ähnlichem Logo. Einzigartig ist aber der hohe Stellenwert, den Coop in der Schweiz geniesst.

Zum 100-Jahr-Jubiläum der Marke Coop hat Coop elf Grundnahrungsmittel wie anno dazumal gekleidet. Diese Produkte in «nostalgischen» Verpackungen bleiben nach dem Motto «Es het solangs het» im Sortiment. Laut Coop-Sprecherin Nadja Ruch finden speziell der Zucker, die Hörnli und die Schokolade Anklang.

pdf Südostschweiz (07.10.2014)